Ausstellungen

Schaufenster-Ausstellung

Die Arbeiten der Shortlist-Kandidaten und Kandidatinnen zum Vonovia Foto Award sind im wöchentlichen Wechsel bis zum 9. April in den Schaufenstern der Galerie vom Zufall und vom Glück zu sehen. 

Alina Simmelbauer, Garcías Tochter

Während im Sprengel Museum die Arbeiten der PreisträgerInnen 2019 und 2020 zu sehen sind, werden die ShortlistkandidatInnen 2020 in den Schaufenstern und den einsehbaren Räumen der Galerie vom Zufall und vom Glück in Hannover gezeigt. Seit dem 8. Januar sind wöchentlich, immer freitags, neue Serien zu sehen. Außerdem ist ein Monitor installiert, der alle Arbeiten der Shortlistkandidaten zeigt. Die Arbeiten werden ausgewählt von Anne Prenzler (Städtische Galerie KUBUS) und Giso Westing (Kurator der Galerie vom Zufall und vom Glück).

Thema: Zuhause

"Zuhause" – ist so individuell wie jeder Mensch. "Zuhause" ist ein Begriff, der vor allem in den vergangenen Monaten für viele Menschen eine tiefe Bedeutung bekommen hat: auf der Flucht vor Kriegen, vor politischer Verfolgung, aber auch als letzter Schutzraum vor der Corona-Pandemie. Die Arbeiten zeigen, wie vielfältig unsere Vorstellungen vom "Zuhause" sind und wie überraschend und reich, wie verstörend und wie poetisch, wie direkt und wie sensibel die fotografischen Annäherungen an das Thema sich zeigen können.

Die getroffene Auswahl der 29 ShortlistkandidatInnen des Vonovia Award für Fotografie 2020 vermittelt ein faszinierendes Spektrum dessen, was für jeden von uns "Zuhause" bedeuten kann. Es entsteht aus dem liebevollen Wahrnehmen des Vertrauten, dem vermeintlich Selbstverständlichen ebenso wie aus dem Gefühl der Entfremdung, das durch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen, ungeahnte Pandemie-Ausmaße, politische Verwerfungen und vielfach durch Migrationserfahrungen gewachsen ist.

Galerie vom Zufall und vom Glück

Schaufenster-Ausstellung 12. bis 18. Februar

Alina Simmelbauer schaffte es mit "Garcías Tochter" in die Shortlist Beste Fotoserie des Vonovia Award für Fotografie 2020. Gegenstand der Serie sind die durch die Vertragsarbeiterpraxis der DDR zerrissenen Familien. Simmelbauer, selbst die Tochter eines ehemaligen Vertragsarbeiters, begibt sich auf Spurensuche nach den getrennten Familien und dokumentiert ihre Geschichten. 

Die Serie "Duisburg" von Götz Diergarten beschäftig sich mit dem Zuhause der Bergarbeiter. Er fokussierte sich bei den Häusern, die heute unter Denkmalschutz stehen, auf die Fenster in den Haustüren. Das Grün der Fensterrahmen ist vorgeschrieben jedoch nicht die Wahl des Glases. In der Serie von Götz ist schön zu sehen, dass die individuelle Kombination der Gläser und Vorhänge eine malerische Wirkung haben.

Rudolf Strobl verfolgte in seiner Serie "dye" die Verschmelzung des privaten, persönlichen Raumes mit der künstlerischen, abstrakten Umgebung des öffentlichen Raumes. Dafür besuchte der Fotograf verschiedenen Paintballfelder, welche sich IM Zuhause der Besitzer befanden. Die entstandenen Aufnahmen zeigen eine Welt der Fantasie, der Spielfantasie.

Zwischen verblassenden Spuren, Ab- und Anwesenheiten changieren auch die melancholisch anmutenden Aufnahmen aus der Serie "Hier lebte Gudrun" der 1997 geborenen österreichischen Fotografin Elisa Wüntscher. Zu sehen sind die Lebensspuren einer dort nicht mehr wohnenden älteren Dame in ihrem zum Abriss bestimmten Haus. Einer Spurensicherin gleich zeigt die Fotografin leer geräumte Schränke, die Hängespuren von Bildern und Jagdtrophäen oder von draußen hereingewehtes Laub.

Bis 9. April

Schaufenster-Ausstellung 5. bis 11. Februar

Niklas Grapatin zeigt in seiner Serie "Sternbrücke" Kontraste auf. Vor und nach COVID-19. Als Leinwand dient ihm ein Zentralpunkt der Großstadt Hamburg, die Sternenbrücke. Der Künstler arbeitet dabei sehr intuitiv und ließ sich von Farben, Geräuschen und Lichtern leiten. Die Sternbrücke zeigt eine nocturnale, urbane Welt am Wendepunkt. Zwischen Nähe und Distanz, zwischen Geräusch und Stille.

Auch Axel Bayer widmet sich in seiner Serie "UNREAL ESTATE" seiner Heimatstadt Hamburg, deren Stadtraum sich durch die zahlreichen Neubaugebiete stetig verändert. Das neue "Zuhause" zeichnet sich durch klare Linien und moderne Baumaterialien aus, ein perfekter Lebensraum zwischen bebauter Umwelt und Natur. Doch der Schein trügt. In seiner Serie inszeniert Bayer den Traum vom idealen Wohnraum, denn für Unvollkommenheit ist in dieser Welt
kein Platz

In seiner Serie "Sanità" widmete sich Ciro Battiloro den Bewohnern des Sanità Viertel in Neapel. Früher ein Wohnort der alten Adelsfamilien, gehört die Gegend heute zu den ärmsten Teilen der Stadt. Doch zeichnet sich der Ort durch seine reiche Multikulturalität aus. Battiloro nahm es sich zum Ziel das Leben der BewohnerInnen möglichst authentisch zu dokumentieren und die Geschichten der Menschen des Sanità einzufangen.

Espen Eichhöfer begibt sich in seiner Serie Papa, Gerd und der Nordmann auf die Suche nach der eigenen Identität und der Frage "Wo bin ich zu Hause?". Eichhöfers Familie zog als er ein Kind war, von Norwegen nach Deutschland. Ihre Traditionen brachten sie in die neue Heimat mit. Denn das alte Heimatland sollte immer eine feste Größe in der Familie spielen. In seiner Serie geht der Künstler seiner dualistischen Herkunftsverbundenheit auf den Grund und reist dafür nach Norwegen zurück.

Termine

07.01.2021 bis 09.04.2021 von 23:00 bis 22:00 Uhr

Ort

Galerie vom Zufall und vom Glück
Theodor-Lessing-Platz 2
30159 Hannover

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt