Sprengel Museum

Formen, die ihr Wesen treiben

Bei dieser Ausstellung vom 14. Juli bis 3. Oktober geht es um Pareidolie: Die Fähigkeit des Gehirns, Wesen zu erkennen, wo keine sind.

Böse Dreiecke, hüpfende Linien, schreckliche Wirbel – die Ausstellung „Formen, die ihr Wesen treiben“ zeigt Kunstwerke, in denen Abstraktes lebendig erscheint. Was lässt uns Wesen erkennen, wo keine sind? Sind es die Augen? Oder ist es der Umriss? Und kann Bewegung eine Form lebendig werden lassen?

Max Ernst, Mon ami Pierrot, Foto: Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum Hannover

Dass wir Wesen erkennen, wo keine sind, ist eine Fehldeutung des Gehirns, die Pareidolie heißt. Sie beschert uns absurde Erscheinungen wie Wolkenbilder, erschrockene Steckdosen, grinsende Autos oder das Mondgesicht. Die Ausstellung regt dazu an, die Anwendung dieses Phänomens über Kunst hinaus in der Werbung, bei Spielzeugen wie dem Tamagotchi, bei PacMan oder in Apps zu reflektieren.

Dafür vereint „Formen, die ihr Wesen treiben“ Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Animationen von den 1920er-Jahren bis heute. In vier Räumen multimedial präsentiert, steht das ästhetische Spiel im Vordergrund. Die Arbeiten ziehen in ihren Bann: spielerisch, anarchisch, intellektuell, unheimlich, comichaft. Durch den Wechsel zwischen scheinbar lebendig und offensichtlich nicht lebendig werden die Mittel der Kunst für einen kurzen Moment transparent.

Ausgehend von der Sammlung des Sprengel Museum Hannover zusammen mit wenigen Leihgaben zeigt die Schau Arbeiten von Hans Arp, Max Ernst, Grethe Jürgens, Wassily Kandinsky, Norman McLaren, Arnold Leissler, Hannes Malte Mahler, Joan Miró, Germaine Richier, Walter Ruttmann, Niki de Saint Phalle, Kurt Schwitters und weiteren.

Kuratorin: Paula Schwerdtfeger

 

Termine

14.07.2021 bis 03.10.2021 ab 10:00 bis 18:00 Uhr
mittwochs donnerstags freitags samstags sonntags

14.07.2021 bis 03.10.2021 ab 10:00 bis 20:00 Uhr
dienstags

Ort

Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz 1
30169 Hannover