Sprengel Museum

Körper in Gesellschaft

„Körper in Gesellschaft“ heißt die Ausstellung, die bis zum 12. Februar 2023 im Sprengel Museum in Hannover zu sehen ist.

Der menschliche Körper ist in jeder Epoche und Gesellschaft Mittel zur Projektion und Kommunikation. Ging es vor dem Realismus des 19. Jahrhunderts bei der Körperdarstellung darum, Zugehörigkeiten, Reichtum und Schönheitsideale zu zeigen, so gelangt über die Werke des Künstlers Gustave Courbet die Wirklichkeit in die Kunst. Kunstschaffende zeigen soziale Umstände und die dazugehörigen menschlichen Körper, wodurch in der Kunst eine Verständigung über die Vielfältigkeit von Aussehen möglich wird.

Bernard Schultze verbindet den vermeintlichen Idealkörper einer Schaufensterpuppe mit Elementen aus der Natur. Durch die Fusion entstehen sogenannte MIGOFS, die, so der Künstler, „zwischen den anderen Geschöpfen stehen, zwischen Tier, Pflanze, Mensch.“ Der Figur wachsen Zweige aus den aufgebrochenen Armen, und Pflanzen wuchern über ihren versehrten Körper. Surrealistisch arbeitet der Künstler mit Natur und Mensch und schafft dieses alraunenähnliche Wesen.

Bernard Schultze, Mannequin-Migof mit Pflanze auf der Hand, 1971 Schaufensterpuppe, Draht, Textilien, Plastikmasse, Öl, 112 x 179 x 80 cm, Sprengel Museum Hannover, Kunstbesitz der Landeshauptstadt Hannover, Schenkung Galerie Brusberg, Hannover (1973)

Jürgen Klauke und Salomé stellen sich und ihre eigenen Körper dar. In Fotografie und Malerei beschäftigen sich die beiden Künstler mit ihren Körperbildern. Die in „Körper in Gesellschaft“ ausgestellten Werke sind Teil einer Serie: Salomés Arbeit TV 4 beruht auf einer Performance, die er später bildnerisch umsetzt, und TRANSFORMER von Klauke ist Teil einer längeren Schaffensphase, die den gleichen Namen trägt. Während Salomé Elemente aus seiner Arbeit sowie der Schwulenszene Berlins aufgreift und seinen Körper überlebensgroß auf einer Leinwand präsentiert, spielt Klauke mit dem Seriellen der Fotografie und der Wandelbarkeit seines Ausdrucks.

Material und Aussehen stehen bei dem Werk TROLLEY II von Alexandra Bircken im Vordergrund. Ihre Bronze weist Nähte und eine ledrige Haut auf – Zeugnisse des Modells, das als Vorlage diente. Die Bildhauerin spielt hier mit Negativ und Positiv ihres Werks. Die Skulptur ist nicht nur besetzter Raum, sondern bezieht auch ihre Umgebung mit ein.

Der eigene Körper und der Umgang mit unterschiedlichen Körpergrößen sind zentrale Bestandteile von Hans Hemmerts Werk LEVEL (2 M GROSS SEIN) – 60 Paar Plateauschuhe mit Absatzhöhen von 4 bis 26 cm. Mithilfe der Schuhe können Besucher und Besucherinnen ein neues Körpergefühl erleben und sich gegenseitig auf einem neuen Level begegnen. Diese Erfahrung verdeutlicht die zentrale Rolle, die der menschliche Körper in unserer Wahrnehmung spielt.

Termine

09.11.2022 bis 12.02.2023 ab 10:00 bis 20:00 Uhr
dienstags

09.11.2022 bis 12.02.2023 ab 10:00 bis 18:00 Uhr
mittwochs donnerstags freitags samstags sonntags

Ort

Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover

Eintritt

7,00 Euro

Ermäßigt

4,00 Euro