Sprengel Museum

True Pictures?

Mit dieser Ausstellung präsentiert das Sprengel Museum Hannover vom 6. November bis 13. Februar eine große Schau, die – erstmalig in diesem Umfang – bedeutende Entwicklungen kanadischer und US-amerikanischer Fotografie von 1980 bis heute zeigt.

Martine Gutierrez, Body En Thrall, p120 from Indigenous Woman, 2018, C-Print, 228,6 x 152,4 cm; Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung im Sprengel Museum Hannover

Zu den Künstlerinnen und Künstlern, die das Haus auf einer Fläche von rund 2000 qm präsentiert, gehören unter anderem Cindy Sherman, Walead Beshty, Carrie Mae Weems, Jeff Wall, Nan Goldin und Martine Gutierrez.

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts galt die nordamerikanische Fotografie als wegweisend für die Entwicklung einer künstlerischen Bildsprache des Mediums. Diese Vorreiterrolle ging durch die Entwicklungen der Fotografie in Europa seit den 80er-Jahren weitestgehend verloren. Amerikanische Fotografie war in ihrer Vorbildfunktion für jüngere Künstler nicht mehr verbindlich – in dieser Situation geriet auch die Kenntnis um sie aus dem Fokus.

"True Pictures?" widmet sich diesem Phänomen und präsentiert Arbeiten von über 35 kanadischen und USamerikanischen Künstlerinnen und Künstlern, die nicht nur ihre Herkunft und das Medium Fotografie verbinden, sondern im digitalen Zeitalter zu verorten sind. Darunter ist nicht nur der Einzug der Digitalfotografie in das zuvor analog geprägte Medium zu verstehen. Vielmehr ist die Herausforderung, sich mit der Digitalisierung und den mit ihr einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen zu beschäftigen, für alle Künstler unumgänglich – sei es in Auseinandersetzung mit der oft zitierten "Bilderflut", den technischen Möglichkeiten des Mediums oder in bewusster Abgrenzung zu Phänomenen des "digitalen Zeitalters".

Die drei Künstler-Generationen sind zudem in Zeiten gesamtgesellschaftlicher sowie politischer Umbrüche zu verorten: von der 68er-Bewegung, den Auswirkungen des Vietnam-Kriegs oder der Aids-Krise, von Rassismus hin zur Auseinandersetzung mit feministischer Theorie, Identitätsfragen und Infragestellungen von Auffassungen von Sexualität und Gender. Themen, die bis heute nicht an Dringlichkeit verloren haben. Neben narrativen und politisch
aufgeladenen Positionen finden sich in den Arbeiten der jüngeren Künstlerinnen und Künstler subjektive sowie transmediale Ansätze, die Ausdruck visueller Kultur des 21. Jahrhunderts sind.

Kurator: Stefan Gronert, kuratorische Assistenz: Benedikt Fahrnschon

 

Termine

06.11.2021 bis 13.02.2022 ab 10:00 bis 18:00 Uhr
mittwochs donnerstags freitags samstags sonntags

06.11.2021 bis 13.01.2022 ab 10:00 bis 20:00 Uhr
dienstags

Die Veranstaltung findet nicht statt am:

24.12.2021 bis 25.12.2021

31.12.2021 bis 01.01.2022

Ort

Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz 1
30169 Hannover