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Ausstellungen

Szilard Huszank

Der Titel "Recent paintings of an Immigrant" der Ausstellung des aus Ungarn stammenden Malers Szilard Huszank, die vom 9. November bis 19. Januar in der Galerie Robert Drees zu sehen ist, bezieht sich auf seine eigene Geschichte und schneidet damit ein aktuell höchst diskutiertes Thema an.

Wenn jemand einwandert bzw. auswandert, ist damit immer ein Grenzübertritt verbunden. Diese Grenzerfahrung nahm Huszank nicht nur in seiner persönlichen Biographie wahr, sondern auch in seinen sogenannten Landschaftscollagen sind Grenzgänge zu verzeichnen. Szilard Huszank entführt uns mit seinen fiktiven Landschaftskompositionen in Szenerien, die zwischen gegenständlichen und abstrakten Darstellungen des Naturreichs oszillieren. Ausgehend von einem großen Repertoire an klassischen Motiven, das er sich während seines Kunststudiums in Budapest und Nürnberg angeeignet hat, verwandelt er diese über seine individuelle künstlerische Sprache in ein Spiel von Farben und Flächen. Huszank besetzt mit seinen Arbeiten einen offenen Landschaftsbegriff. Er konstruiert, abstrahiert, oder transformiert den ihn umgebenen Naturraum. Seine opulente Malerei beruht nicht auf einem realistischen Abbild der Natur, sondern es sind zusammengesetzte Versatzstücke, die lediglich durch Vertikalen den Bezugspunkt zu Waldausschnitten zu erkennen geben. In seinen Darstellungen geht Huszank aber auch von vorneherein über die Abbildung hinaus, und in manchen sehr freien Bildern beschäftigt er sich als reflektierter Künstler mit dem Malakt als solchem. Die scheinbar idyllisch und sehnsuchtsvoll anmutenden Arbeiten sind zum Teil Anti-Landschaften, die trotz der Naturmotivik und der Andeutung von Gegenständlichkeit einen suggestiven Bildraum mit Tiefensog und der Imagination von Weite vermeiden. Die nicht naturalistische Farbsetzung, die teils durch strake Farbkontraste in den Vordergrund gerückt wird, wiedersetzt sich den Ansprüchen an eine realistische Landschaftsdarstellung. So gesehen verhandeln Huszanks Bilder auch die Frage, wie gegenständlich ein Gemälde sein muss, um als Landschaft wahrgenommen zu werden. Ferne und Nähe, Fiktion und Realismus sind die Koordinaten des Spannungsverhältnisses, das der Maler dem Betrachter zumutet. Die virtuos gestalteten Werke, die technisches Können mit inhaltlichem Anspruch verbinden, werden nun erstmalig in einer umfangreichen Einzelausstellung in der Galerie Robert Drees gezeigt.

Termin(e): 09.11.2018 bis 19.01.2019
dienstags  mittwochs  donnerstags  freitags 
von 10:00 bis 13:00 Uhr
09.11.2018 bis 19.01.2019
samstags 
von 11:00 bis 14:00 Uhr
Ort

Galerie Robert Drees

  • Weidendamm 15
  • 30167 Hannover

Parallel zeigt die Galerie Robert Drees in ihrem Out-Look-Raum die Arbeit "Leak/Ikea" von Lucia Dellefant.