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Ausstellungen

Urbane Begegnungen

Die Galerie Robert Drees zeigt vom 9. Februar bis 5. Mai Malerei, Objekte und Fotografie von Daniel Behrendt, Lorenz Estermann und Johannes Kersting.

Abstrakte Formen © Galerie Robert Drees (Quelle)

Johannes Kersting: Siam (extended), Fotografie, Pigment Print_Acryl auf Holz, 150x120x4cm, 2016

Ihre Bildmotivik schöpfen die Künstler aus dem urbanen Kontext; Realitätsbezüge sind somit vorhanden, wenn auch nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Die medial unterschiedlichen, teils verquickten Werke bringen sowohl ästhetische wie auch abstrakte Feinheiten der uns umgebenden Architektur hervor, für die unser alltäglicher Blick oftmals verschlossen bleibt.

Die Künstler und ihre Werke

Daniel Behrendt (*1980, DE) setzt gewöhnliche, unscheinbar wirkende Architekturensembles und deren Details in klassischer Ölmalerei auf Leinwand und Papier um. Dabei sind sowohl der Motivausschnitt als auch die gezielt eingesetzte Farbigkeit und deren Auftrag von besonderer Qualität. Die durch fotografische Vorlagen zusammengesetzten Bildrealitäten eröffnen eine Architekturkritik an den brutalistischen Bauten der 1970er Jahre und zugleich eine Gesellschaftskritik, die sich durch undurchdringliche Häuserfronten und verriegelte Fensterfassaden zeigt. Gleichzeitig offenbaren seine Bilder aber auch eine Ästhetik des Schönen im Alltäglichen und der Reiz, diesem nachzugehen.

Metallskultptur © Galerie Robert Drees (Quelle)

Lorenz Estermann: Screen house II, 2015

Auch Lorenz Estermann (*1968, AT) versteckt hinter teils ironisch und humorvoll wirkenden Gebäudemodellen und Zeichencollagen eine Architekturkritik, die ebenfalls von Bauten der 1960er und 1970er Jahre ausgeht. Auf Grundlage seines u.a. auf zahlreichen Reisen angelegten fotografischen Archivs von Vororten und Industriegebieten in Mittel- und Osteuropa, die von unterschiedlichen architektonischen und baulichen Substanzen geprägt sind, fügen sich seine Werke zusammen. Sowohl die zwei- als auch die dreidimensionalen Arbeiten zeigen kurios anmutende Zusammensetzungen und Konstruktionen von möglichen und von erfahrenen Raumsituationen, die sich nicht (oder nur schwer) verorten lassen. Er hinterfragt die großen Architekturutopien der Moderne kritisch und unterzieht sie einer humoristischen Analyse auf Sinnhaftigkeit und Funktionalität, auf Erscheinungsformen und Repräsentation. Auch hier zeigt sich die kulturelle, psychologische und soziologische Verknüpfung von gebauter Umwelt und Gesellschaft.

Johannes Kersting (*1979, DE) entwirft fotografische Arbeiten, welche zum Teil von der physischen Begrenztheit des Bildes abrücken. Ob bei einigen seiner Werke noch eindeutig von Fotografie die Rede sein kann, darf durchaus angezweifelt werden. Johannes Kersting kreiert Arbeiten, die bewusst an der Schnittstelle von Fotografie, Malerei und Objekt agieren. So wird das fotografisch Abgebildete wie Oberflächenstrukturen und Architekturdetails durch installative und malerische Eingriffe über den Bildrand hinaus in den Raum erweitert. Seine Arbeiten lassen sich daher nicht mit üblichen Genrebeschreibungen zusammenfassen. Kersting, der seine Ausbildung bei Elger Esser, Mischa Kuball und Hans Peter Reuter absolvierte, zeichnet sich durch einen überaus innovativen und experimentierfreudigen Umgang seiner künstlerischen Untersuchungen an der Schnittstelle zwischen fotografischem und realem Raum aus.

Trotz menschenleerer Szenerien, die uns Behrendt, Estermann und Kersting in ihren Bildwelten präsentieren, ist der Mensch in den architektonischen Ausführungen mehr denn je präsent. Durch die Fokussierung auf Eigenarten der gebauten Umwelt machen sie uns auf Bildräume aufmerksam, deren Details uns nur selten ins Auge fallen und eröffnen uns durch ihre bildnerischen Kompositionen neue Blickachsen, die auch dass komplexe Verhältnis von Architektur und Gesellschaft reflektieren.

Termin(e): 09.02.2018 bis 05.05.2018
mittwochs  donnerstags  freitags 
von 10:00 bis 18:30 Uhr
09.02.2018 bis 05.05.2018
samstags 
von 11:00 bis 14:00 Uhr
Ort

Galerie Robert Drees

  • Weidendamm 15
  • 30167 Hannover
Die Veranstaltung findet nicht statt am: 23.12.2017 bis 09.01.2018

Eröffnung: Donnerstag, den 08.02.2018, 19 Uhr
Eröffnungsrede: Christin Müller, Kunsthistorikerin, Galerie Robert Drees