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Ausstellungen

Ute Behrend: Fassade und Tarnung

Wie die Ausstellung vi 15. Mai in der Galerie von Ricus Aschemann zeigt, spielt Ute Behrend das Spiel einer visuellen und symbolischen Überdehnung.

Zwei Landschaftsfotos nebeneinander zeigen eine Straße sowie ein Haus in den Bergen © Scope Galerie Ricus Aschemann (Quelle)

Fotomotive von Ute Behrend

Die Fotografin stellt die vermeintliche Stringenz einer Erzählungen durch Auslassungen in Frage und erzeugt mannigfaltige Bedeutungen. Für sie ist die Wirklichkeit eine Art Rohmaterial, die erst im Bild, in der Abstraktion, in der Überführung in Scheinräume, dem Zeigen von Unorten oder der Auflösung von räumlichen Relationen real wird. Real allerdings im Sinne von absurden, abgründigen, rätselhaften und ständig veränderbaren Prozessen.

Wie eine Forensikerin setzt sie die Welt, den Tatort, neu zusammen, um in den Puzzlestücken einen Sinn zu finden. Einige Teile passen scheinbar nahtlos zusammen, liegen aber tatsächlich räumlich und zeitlich weit auseinander. Dann wieder täuschen visuelle Analogien eine funktionelle Nähe und einen schlüssigen Kontext vor, obwohl beides nicht besteht. Alles erscheint als verborgenes Zeichen oder Hinweis, als logischer nächster Schritt, bei der Aufdeckung einer nicht sichtbaren Ordnung. Dennoch vervollständigt sich das Bild nie. Ute Behrends fotografisches Spektrum besteht aus lakonischen Ortsbeschreibungen, abstrakten Setzungen, die mitunter grafische Qualitäten betonen, genauso wie aus situativen Spannungsmomenten, aus Porträts und  Inszenierungen. In Ute Behrends Arbeiten zeigt sich immer die Doppelbödigkeit der Welt und ihrer Abbilder. Raumgefüge und Projektion, Porträts und Inszenierungen werden zu einer Spirale der Relativität. Eine absolute Deutungshoheit gibt es für ihre Arbeit nicht.

Bei Ute Behrend tauchen Farben und Formen, Natur und Kultur, Zerstörung und Schönheit, Persönlichkeit und Rollenspiel gleichberechtigt auf. Beständigkeit und Veränderung gehen in ihrer Arbeit Hand in Hand. Alles geschieht auf dem dünnen Eis der Wirklichkeitserfahrung. Wirkt ihre Bildsprache auf den ersten Blick klar und direkt, so verbergen sich in dem vermeintlich universellen Vokabular viele Geheimnisse und trügerische visuelle Abgründe. 

Termin(e): 16.04.2018 bis 15.05.2018
freitags  samstags 
von 12:00 bis 17:00 Uhr
Ort

Galerie für Fotografie - Ricus Aschemann

  • Calenberger Straße 12
  • 30169 Hannover

Weitere Besichtigungen nach Vereinbarung