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Willi Baumeister: Maschine auf Hellgrau; 1927

© Foto: Thomas Häntzschel, Fotoagentur Nordlicht, Rostock, VG Bild-Kunst, Bonn

Ausstellungen

revonnaH

Das Sprengel Museum Hannover lässt die 1920er-Jahre in Hannover mit der Ausstellung "revonnaH. Kunst der Avantgarde in Hannover 1912 – 1933" wiederaufleben. Bis zum 7. Januar 2018 widmet sich die Ausstellung mit etwa 300 Werken aus eigenem Bestand und Leihgaben einer Blütezeit der hannoverschen Kulturgeschichte.

Private Mäzenen, innovative Museumsdirektoren und eine lebendige Künstlerszene

Mit dem Amtsantritt Albert Gideon Brinckmanns als Direktor des städtischen Kestner-Museums 1912, der durch seine progressive Ankaufspolitik das bis dahin konservative Hannover auf den Weg der künstlerischen Avantgarde brachte, setzt die Ausstellung ein. Fast gleichzeitig zeigte sich auch ein institutionelles Bestreben, Hannover auf den Weg der künstlerischen Avantgarde zu bringen. Der Unternehmererbe Herbert von Garvens begann bereits vor dem Ersten Weltkrieg, zeitgenössische Kunst zu sammeln, und trug eine der reichsten und qualitätsvollsten modernen Kunstsammlung zusammen. 

Daneben vergaben private Unternehmer wie Hermann Bahlsen und Fritz Beindorff (Pelikan) Aufträge für moderne Kunst und begründeten damit ein bürgerschaftliches Engagement in Hannover, das 1916 in der Gründung der Kestner Gesellschaft gipfelte. Wie diese beförderte auch die Bildung der Hannoverschen Sezession 1917 durch Ausstellungen und Publikationen die Auseinandersetzung mit den zeitgenössischen Kunstströmungen wie Expressionismus, Abstraktion und Neue Sachlichkeit, die Hannover zu einer "modernen Kunststadt" aufleben ließen.

Hannover - Knotenpunkt im Netzwerk der europäischen Avantgarde

Kurt Schwitters zählt zu den wichtigsten Künstlern und umtriebigsten Netzwerkern der Weimarer Zeit und steht im Mittelpunkt der Modernenbewegung in Hannover. Vermittelt durch seine weltweiten Kontakte kamen Künstler wie El Lissitzky (Kabinett der Abstrakten), László Moholy-Nagy und Theo van Doesburg nach Hannover. Im Salon von Käte Steinitz traf sich die Avantgarde um Schwitters, Künstlergruppen wie "die abstrakten hannover" entstanden. 

Im Provinzial-Museum (das heutige Niedersächsische Landesmuseum) revolutionierte Alexander Dorner als Direktor die Präsentation und Vermittlung von Kunst. Dorner beauftragte – mit finanzieller Unterstützung des Unternehmers Fritz Beindorff – den russischen Maler und Architekten El Lissitzky, eine zeitgemäße Raumgestaltung für die Präsentation der zeitgenössischen abstrakten Kunst zu entwerfen. Dessen 1927 eingerichtetes "Kabinett der Abstrakten" gilt als einer der Höhepunkte der Kunst der 1920er-Jahre. 

Aus der städtischen Kunstgewerbeschule heraus hatte sich mit Ernst Thoms, Grethe Jürgens, Gerta Overbeck, Erich Wegner u. a. eine hannoversche Spielart der Neuen Sachlichkeit entwickelt. All diese über Hannover hinausreichenden Aktivtäten machten Hannover zu einem Knotenpunkt im Netzwerk der europäischen Avantgarden, die mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ein jähes Ende fanden.

Sonderausstellung mit 335 Werken von 96 Künstlern und Künstlerinnen

Die Ausstellung lässt diese äußerst lebendige Periode der hannoverschen Kunstgeschichte mit 335 Werken von 96 Künstlern und Künstlerinnen, darunter Werke aus eigenem Bestand und hochkarätige Leihgaben in einer großen Sonderausstellung neu aufleben. Die Ausstellung gibt in einzelnen Themenkomplexen einen breit gefächerten Überblick zu Privatsammlungen, zur institutionellen Ankaufspolitik und zur Ausstellungstätigkeit sowie den vor Ort vorherrschenden künstlerischen Tendenzen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Snoeck Verlag (336 Seiten, 337 Abbildungen, Preis Museumsausgabe: 38 EUR) mit 26 Beiträgen von namhaften Experten, der über die Ausstellung hinaus Themen wie Architektur, Film und Fotografie aufgreift und damit als Standardwerk dieser lebendigen Periode in der hannoverschen Geschichte dienen soll.

Die Ausstellung wird kuratiert von Dr. Karin Orchard.

Termin(e): 23.09.2017 bis 07.01.2018
mittwochs  donnerstags  freitags  samstags  sonntags 
von 10:00 bis 18:00 Uhr
26.09.2017 bis 02.01.2018
dienstags 
von 10:00 bis 20:00 Uhr
Ort

Sprengel Museum Hannover

  • Kurt-Schwitters-Platz
  • 30169 Hannover
Preise:
Sammlung des Museums und Sonderausstellungen 7 Euro
SchülerInnen (ab 13 Jahre), Auszubildende, Studierende, Wehr-/Ersatzdienstleistende, Arbeitslose, Senioren (ab 65 Jahren) 4 Euro
Gruppen ab zehn Personen 5 Euro, ermäßigt 3,50 €
Kinder (bis 12 Jahre) frei
Schulklassen frei

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.