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Bühnen

Ein ganz gewöhnlicher Jude

Das Theater Flunderboll interpretiert am 27. und 28. April in der hinterbühne das Schauspiel von Charles Lewinsky über einen Juden in Deutschland.

Ein altes Kinderfoto. © die hinterbühne

"Ein ganz gewöhnlicher Jude" von Charles Lewinsky.

Emanuel Goldfarb ist Journalist. Goldfarb lebt in Deutschland. Goldfarb ist Jude. Eine Einladung, vor einer Schulklasse über das Judentum zu sprechen, wird für ihn zum Anlass, eine Bilanz seines Lebens zu ziehen. Seine Ehe mit einer Katholikin - gescheitert. Weil er, obwohl Atheist, möchte dass der gemeinsame Sohn beschnitten wird. Einer der vielen Widersprüche, mit denen er nicht klarkommt. Sein Leben schwankt zwischen Anpassung und trotziger Betonung der jüdischen Tradition, eine fortwährende Suche nach dem eigenen Selbstverständnis und dem Selbstverständnis einer nachgeborenen Generation von entwurzelten, vertriebenen und getöteten Juden, für die Deutschland, trotz allem was passiert ist, wieder eine Heimat geworden ist.

Außenseiter durch Judenfreundlichkeit

Als nach dem Holocaust in Deutschland lebender Jude will Goldfarb nichts weiter als ein ganz gewöhnlicher Mensch, ein ganz gewöhnlicher Jude sein. Doch die Gesellschaft drängt ihn in die Rolle des Außenseiters, weniger durch antisemitische Vorurteile als vielmehr durch demonstrativ bekundete Judenfreundlichkeit.

Über den Autor

Charles Lewinsky, jüdischer Herkunft, ist Autor mehrerer Romane, Theaterstücke und zahlreicher Fernsehproduktionen der verschiedenen Sparten, Sein letzter Roman "Johannistag" wurde mit dem Schillerpreis für Literatur ausgezeichnet. Lewinsky zeichnet das ebenso einfühlsame wie eindringliche Porträt Mensch des Emanuel Goldfarb, der sich nichts sehnlicher wünscht als ein ganz gewöhnlicher Mensch zu sein, ein ganz gewöhnlicher Jude. Am Endes des Buches steht ein Entwicklungsprozess, der es ihm ermöglicht, die Realität anzunehmen - und sich ihr zu stellen.

Über das Ensemble

Das Theater Flunderboll existiert seit 1987 und ist das Hausensemble der hinterbuehne. Erste Produktion sollte damals das Stück "Mama hat den besten Shit" von Dario Fo werden, zur Aufführung ist es jedoch nie gekommen, geblieben ist nur das Wort Flunderboll. So stand am Anfang, und immerhin namensgebend, ein späterer Nobelpreisträger. 2006 baute das Ensemble dann in eigener Regie eine ehemalige Leuchtreklame-Werkstatt zu einem Theater um, die Geburtsstunde der hinterbuehne, die vom Ensemble seitdem als Eigen- und Gastspielbetrieb geführt wird. Flunderboll bringt vor allem Stücke zeitgenössischer Autoren, wie Schimmelpfennig, Paravidino, Syha oder Schmitt, auf die Bühne, immer wieder aber auch Eigenproduktionen bei denen die Lust am Experimentieren mit Textmaterial im Vordergrund steht.

Termin(e): 27.04.2018 
von 20:00 bis 22:00 Uhr
28.04.2018 
von 20:00 bis 22:00 Uhr
Ort

die hinterbuehne

  • Hildesheimer Straße 39A
  • 30169 Hannover
Preise:
Eintritt 12,00 €
Ermäßigt 8,00 €