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Bühnen

Mephisto

Das Schauspielhaus zeigt wieder die Inszenierung von Milan Peschel nach dem Romanvorlage von Klaus Mann.

Der Bundesgerichtshof hatte einst ein Verbot zur Verbreitung von Klaus Manns Text "Mephisto" ausgesprochen. Zu offensichtlich war er ein Schlüsselroman, in dessen Hauptfigur Hendrik Höfgen man den allseits verehrten Gustaf Gründgens verleumdet sah. Trotzdem wurde das Buch zum Verkaufserfolg, nachdem es 1981 durch den Rowohlt Verlag verbreitet worden war. 

Regisseur Milan Peschel adaptiert "Mephisto" für die Bühne des Schauspielhauses Hannover.

Handlung

Hendrik Höfgen ist Schauspieler, von vielen vielen bewundert, von vielen beneiden, von vielen verachtet. Der dicke Fliegergeneral und seine Frau halten sich Höfgen als ihr Paradepferd, obwohl, oder gerade, weil er keiner von ihnen ist. Das lässt sie glänzen und ihn tanzen, während seine Kollegen ins Exil oder Gefängnis getrieben werden. Manche von ihnen kann er retten.

Er ist gefährdet. Das weiß er. Durch seine politische Positionierung in früheren Jahren und durch seine sexuelle Neigung. Das wahre Wesen des Mephistopheles – Höfgens Lebensrolle – sei ihnen erst durch sein Spiel so richtig vor Augen getreten, sagen sie und lachen. Sie tätscheln ihn und verachten ihn, schließlich ist er nur ein Schauspieler, ein käuflicher noch dazu.

Hintergrund

Der Roman beschreibt die Legende einer Künstlerkarriere in totalitären Zeiten als artistisch-politischen Hochseilakt. Essenz dieser Legende ist das funkelnd Verführerische, zwielichtig Schillernde, diabolisch Unwiderstehliche, verkörpert durch die Figur des Mephisto, die Gründgens über mehr als 30 Jahre gespielt hat. Er war der mächtigste Theatermann des Dritten Reiches, Görings Prunkstück, Bühnen-Paradepferd eines Regimes, das süchtig nach Kunst-Glamour und Kultur-Prestige war.

Zugleich gilt er vielen als ein Held des inneren Widerstands. Nach Ende des Krieges gelang es ihm abermals, unbeschadet die Seiten zu wechseln.

Über den Autor

Der Publizist und Autor Klaus Mann (1906-1949), Sohn von Erika und Thomas Mann, widmete sich von 1933 an primär dem antifaschistischen Widerstand, den er – rastlos zwischen verschiedenen Orten und Ländern pendelnd – aus dem Exil organisierte.

Gequält von Schreibblockaden, Heroinsucht und politischer Desillusionierung, nahm er sich 1949 das Leben. Stets betonte er, dass er bei seinem Mephisto nicht am Einzelfall, sondern am Exemplarischen des Karrieristen interessiert war.

Termin(e): 25.09.2018 
von 19:00 bis 22:30 Uhr
Ort

Schauspielhaus

  • Prinzenstraße 9
  • 30159 Hannover
Preise:
15,00 - 35,00 €
Vorverkauf:

Es findet etwa 45 Minuten vor Veranstaltungsbeginn eine Einführung in das Stück statt.