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Bühnen

Oedipus Rex / Psalmensinfonie

In den beiden Werken vertont Strawinsky den Oedipus-Mythos sowie alttestamentarische Psalmtexte. Die konzertante Inszenierung ist am Opernhaus zu sehen.

Eine Frau mit dunklen Haaren und gold glänzender Jacke. © Thomas M. Jauk

Khatuna Mikaberidze in "Carmen" im Jahr 2008.

"Welche Freude bereitet es, Musik zu einer Sprache zu schreiben, die seit Jahrhunderten unverändert besteht und fast rituell wirkt", konstatiert Strawinsky und entscheidet sich in beiden Werken statt für den historischen Originaltext für die Übertragung ins Lateinische.

"Oedipus Rex"

Die Götter strafen die Stadt Theben mit der Pest. Das Orakel hat deren Ursache benannt – der Mörder des früheren Königs Laius lebe immer noch in der Stadt. So schwört König Oedipus, den Mann zu finden. Als Jokaste, Laius’ Witwe und nun Oedipus’ Gattin, erzählt, wie Laius ums Leben gekommen ist, begreift Oedipus, dass er selbst dessen Mörder ist. Jokaste ihrerseits erkennt, dass sie mit Oedipus nicht nur den Mörder ihres früheren Gatten, sondern zugleich ihren eigenen, verloren geglaubten Sohn geheiratet hat. 

Durch die objektivierende Distanziertheit erhält auch Strawinskys Tonsprache eine neue Intensität und Härte: mit einem von Bläsern dominierten Orchester, rhythmischen Ostinati und dem häufig deklamierenden Herrenchor des thebanischen Volkes. 

"Psalmensinfonie"

Von starker Ausdruckskraft ist auch Strawinskys "Psalmensinfonie" – eines der wenigen geistlichen Werke des Komponisten, der russisch-orthodox sozialisiert wurde, doch zeitlebens mit dem Katholizismus sympathisierte. Die Verse aus den Psalmen 38, 39 und 150 thematisieren menschliches Flehen und Bitten ebenso wie Zuversicht und das Lob Gottes. Dem entspricht ein farbenreiches musikalisches Spektrum von polyphon-nüchterner Strenge bis zum religiösen Überschwang des "großen Halleluja". Durchsichtig und hell wirkt der Klang des Orchesters, in dem Geigen, Bratschen und Klarinetten fehlen.

Besetzung

Oedipus, König von Theben: Raymond Very

Jokaste, Mutter und Frau des Oedipus: Khatuna Mikaberidze

Kreon, Schwager des Oedipus: Michael Kupfer-Radecky

Tireseias, Seher: Michael Dries

Hirte: Martin Rainer Leipoldt 

Bote: Gihoon Kim

Sprecherin: Mechthild Großmann

Premiere war am 27. April 2019.

Termin(e): 02.06.2019 
von 16:00 bis 17:40 Uhr
12.06.2019 
von 19:30 bis 21:10 Uhr
Ort

Opernhaus Hannover

  • Opernplatz 1
  • 30159 Hannover
Preise:
Eintritt 20,00 - 69,50 €
Ermäßigt 8,00 - 52,50 €
Vorverkauf:

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.