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Bühnen

Premiere: Iphigenie

In ihrer Inszenierung der "Iphigenie" am Schauspielhaus Hannover verbindet Regisseurin Anne Lenk die Iphigenie-Texte von Euripides und Goethe. Premiere feiert das Stück am 8. Dezember.

Theater von außen. © Hannover.de

Das Schauspielhaus Hannover.

Kein Wind, keine Welle. Das Meer liegt bewegungslos im Hafen von Aulis und hält die griechische Flotte am Ufer zurück. Diese wünscht sich nichts sehnlicher als endlich gen Troja zu segeln, die Stadt niederzubrennen und die entführte Helena heimzubringen. Doch Göttin Artemis verweigert ihren Segen für die Reise und damit dem Heer den Wind. Sie will ein Menschenopfer: das Kind des Heerführers Agamemnon, Iphigenie.

Es klingt absurd. Ein Mädchen soll sterben, damit ein anderes heimgeholt werden kann. Demütigung und Schande wollen die Griechen überwinden im Sieg über die Barbaren, doch dieser wird auf dem Tod eines Kindes fußen. Wo endet die Zivilisation und übergibt sich selbst der Barbarei?

Euripides’ Männerfiguren sind längst in der Wildnis gestrandet, die keinen Schutzraum der Menschlichkeit kennt. Der unbedingte Siegeswille regiert. Also muss Iphigenie sterben. Sie gehört nicht sich, sondern dem Volk. Doch sie stirbt nicht. Von der Göttin Artemis vom Opferaltar gerettet, lebt sie bei den Taurern weit entfernt ihrer Heimat und krempelt die dortige Gesellschaft um. Wärme, Vernunft, Humanität scheinen möglich, bis es einmal mehr darum geht, wem Iphigenie gehört. Das Spiel beginnt erneut.

Verbindung von Euripides und Goethe

Sagenhafte Überlieferungen rund um die Figur der Iphigenie goss der griechische Dramatiker Euripides um 408 v. Chr. in dramatische Form: Es entstanden die beiden Tragödien "Iphigenie in Aulis" und "Iphigenie bei den Taurern". Auf Basis des letzteren schrieb Goethe 1779 das Bühnenstück "Iphigenie auf Tauris". Regisseurin Anne Lenk inszeniert die Geschichte Iphigenies von der Opferung in Aulis bis hin zur Selbstermächtigung in Tauris und sucht eine Verbindung von Euripides’ und Goethes Texten.

Über Regisseurin Anne Lenk

Anne Lenk, geboren 1978, hat ihr Regiestudium an der Otto-Falckenberg-Schule absolviert und wurde im Anschluss Hausregisseurin in Augsburg. Weitere Stationen ihrer Regietätigkeit waren Lübeck, Bochum, Aachen und Osnabrück, sowie regelmäßig das Residenztheater München und Thalia Theater Hamburg.

Die Normalität der Grausamkeit des Menschen ist ein immer wieder­kehrendes Thema in Anne Lenks Arbeiten. Dabei stellt sie diese nicht aus, sondern sucht analytisch und genau nach deren Zartheit und innerer Logik. 

Termin(e): 08.12.2019 
von 19:30 bis 22:30 Uhr
14.12.2019 
von 19:30 bis 22:30 Uhr
20.12.2019 
von 19:30 bis 22:30 Uhr
07.01.2020 
von 19:30 bis 22:30 Uhr
10.03.2020 
von 19:30 bis 22:30 Uhr
12.03.2020 
von 19:30 bis 22:30 Uhr
Ort

Schauspielhaus

  • Prinzenstraße 9
  • 30159 Hannover
Vorverkauf:

Vorverkaufsstart am 14. Juni 2019