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Bühnen

Premiere: Judith

Zwei leidenschaftlich Rasende, Judith und Holofernes, prallen auf der Bühne des Schauspielhauses aufeinander – und zwar in Lilja Rupprechts Inszenierung von Friedrich Hebbels Tragödie. Am 20. März feiert das Stück über die Widersprüchlichkeiten des Menschseins Premiere.

Theater von außen. © Hannover.de

Das Schauspielhaus Hannover.

Die Angst geht um in der Stadt Bethulien. Wie im Rausch zieht Holofernes, Feldherr des größenwahnsinnigen Königs Nebukadnezar, durch die Lande und bezwingt ein Volk nach dem anderen. Kein Gott, keine Moral, keine Prinzipien – Holofernes kennt nur den Sieg und der legitimiert jede Grausamkeit. Von Allmachtsphantasien besessen, lässt er verkünden, dass jenes Volk, das sich als letztes seiner Stärke unterwirft, ausgelöscht wird. Die Drohung wirkt. Ein Gegner nach dem anderen ergibt sich. Eine Spur von Verwüstung hinter sich herziehend, steht Holofernes nun vor den Toren der letzten Festung. Der Tod des Volkes scheint gewiss. In diese ausweglose Situation tritt Judith: Sie will den grausamen Heerführer verführen, um ihn dann im Schlaf zu ermorden.

Die Widersprüchlichkeiten des Menschseins

Nach ihrer Inszenierung des "Werther" lässt die Regisseurin Lilja Rupprecht mit "Judith" zwei leidenschaftlich Rasende ganz anderer Art aufeinanderprallen: Holofernes, dem alle menschlichen Werte nichts gelten, trifft auf Judith, die, um ihr Volk zu retten, bereit ist, schuldig zu werden. Doch wird sie ganz anders schuldig, als sie es vermutete – hingerissen ist sie von Holofernes, berauscht, erregt, verfallen. Das Ideal und das Leben scheinen unvereinbar.

Friedrich Hebbels Drama dreht sich nicht um die biblische Erretterin Israels, die reinen Herzens in großem Zorn den Feind bezwingt. In "Judith" rückt Hebbel das Menschsein in all seinen Widersprüchlichkeiten ins Zentrum.

Über Regisseurin Lilja Rupprecht

1984 in Hamburg geboren, hat Lilja Rupprecht ihr Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin absolviert und unter anderem am Deutschen Theater Berlin, am Schauspiel Köln und in Stuttgart inszeniert.

Termin(e): 20.03.2020 ab 19:30 Uhr
21.04.2020 ab 19:30 Uhr
01.05.2020 ab 19:30 Uhr
03.05.2020 ab 17:00 Uhr
27.05.2020 ab 19:30 Uhr
Ort

Schauspielhaus

  • Prinzenstraße 9
  • 30159 Hannover
Vorverkauf:

Vorverkaufsstart am 14. Juni 2019