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Bühnen

Uraufführung: Der Mordfall Halit Yozgat

Ein bis heute unaufgeklärter Kriminalfall aus dem Jahr 2006 ist Gegenstand der Oper von Ben Frost. Der australische Komponist verbindet darin Klangkunst, Elektromusik und Dark Metal und inszeniert sein Werk am Schauspielhaus Hannover– mit Ensemblemitgliedern sowohl des Staatsschauspiels als auch der Staatsoper. Uraufführung ist am 17. April 2020.

Theater von außen. © Schauspiel Hannover (Quelle)

Das Schauspielhaus Hannover.

Am 6. April 2006 wurde der 21-jährige Halit Yozgat als neuntes von insgesamt zehn Opfern der rechtsextremen Terrorgruppe NSU in einem Internet-Café in Kassel durch zwei gezielte Kopfschüsse ermordet. Zur Tatzeit befanden sich fünf Zeug*innen im Café, unter ihnen der damalige Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes Andreas Temme, der behauptet, weder den Mord noch den Toten bemerkt zu haben.

Das renommierte interdisziplinäre Forschungsteam "Forensic Architecture" rekonstruierte für die documenta 14 in Kassel den Tathergang in Raum und Zeit unter Berücksichtigung der Zeug*innenaussagen und stellte abschließend Unstimmigkeiten bezüglich der Aussagen des Verfassungsschützers fest.

Eine Oper von Ben Frost – mit Elektromusik und Dark Metal 

Ausgehend von diesen Rechercheergebnissen entwickelt der australische Komponist Ben Frost eine Oper, die die Aussagen der Zeug*innen und damit die widersprüchlichen Versionen des bis heute unaufgeklärten Kriminalfalls nebeneinander stellt. Ben Frost verbindet in seiner Musik strukturierte Klangkunst mit postklassischer Elektromusik, physische Energie mit leichtfüßiger Melodik, konzentrierten Minimalismus mit raumgreifendem Dark Metal. In seiner Arbeit sucht er nach neuen Wegen der Verbindung von Musik, Körper, Performance und Tanz.

Über Ben Frost

Geboren wurde Ben Frost 1980 in Melbourne. 2005 zog er nach Reykjavík, wo er gemeinsam mit Valgeir Sigurdsson und Nico Muhly das Plattenlabel Bedroom Community gründete. Er arbeitete mit zeitgenössischen Tanzkompanien zusammen, komponierte die Musik für die Filme "Sleeping Beauty", das isländische Drama "The Deep" und die britische Fernsehserie "Fortitude". Im Jahr 2013 führte er zum ersten Mal Regie bei der Musiktheateradaption des Romans "Die Wasp Factory" von Iain Banks. 2017 lieferte er die Partitur für Netflix‘ deutschen Übernaturthriller "Dark" und den Film "Super Dark Times".

Kooperation von Schauspiel und Oper

Es spielen Mitglieder des Opern- und Schauspielensembles sowie des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover. Regie führt Ben Frost, das Libretto entstammt der Feder von Daniela Danz.

Termin(e): 17.04.2020 ab 19:30 Uhr
19.04.2020 ab 17:00 Uhr
22.04.2020 ab 19:30 Uhr
24.04.2020 ab 19:30 Uhr
28.04.2020 ab 19:30 Uhr
09.05.2020 ab 19:30 Uhr
13.05.2020 ab 19:30 Uhr
21.05.2020 ab 19:30 Uhr
Ort

Schauspielhaus

  • Prinzenstraße 9
  • 30159 Hannover
Vorverkauf:

Vorverkaufsstart am 14. Juni 2019