Bühnen

Volksfeind

Henrik Ibsens ist heute aktueller denn je und ab dem 21. Januar im Schauspielhaus zu sehen.

Das Schauspielhaus Hannover.

Frau Doktor Stockmann leitet das örtliche Kurbad, den Stolz und das wirtschaftliche Fundament der Region. Doch bei einer Wasseruntersuchung stellt sie fest: Das Wasser im Bad ist vergiftet. Zusammen mit der Lokalzeitung will die Doktorin die Bevölkerung informieren. Vom Chefredakteur erhält sie erst noch Rückendeckung, aber der Bürgermeister des Ortes – und Bruder von Frau Stockmann – verhindert die Veröffentlichung.

Zwischen beiden entbrennt ein erbitterter Streit darüber, was schwerer wiegt: Transparenz und Gesundheit der Badegäste oder ein möglicher wirtschaftlicher Schaden. Wie ein Lauffeuer erfasst der Konflikt den ganzen Ort. Und plötzlich wendet sich die öffentliche Meinung gegen die Wissenschaftlerin und ihre unbequemen Erkenntnisse.

Was der Hauptfigur hier passiert, erinnert nicht zufällig an die sogenannte "Cancel Culture", das Aufbauen öffentlichen Drucks mit dem Ziel, polarisierenden und häufig diskriminierenden Haltungen keine öffentliche Bühne zu bieten. Gegner sehen darin eine mögliche Einschränkung der Debattenvielfalt, Befürworter ein Werkzeug gegen menschenverachtende Haltungen. Doch was passiert, wenn die Gegenseite die Strategie übernimmt?

Henrik Ibsen schrieb "Ein Volksfeind" 1882 als Reaktion auf die öffentliche Diffamierung seiner Person und Stücke, welche gesellschaftliche Konventionen infrage stellten. Es war ihm höchst suspekt, wie die "öffentliche Meinung" zur Wahrheit erhoben wird und welche Konsequenzen das für diejenigen hat, die gegen gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten aufbegehren.

REGIE Stephan Kimmig
BÜHNE Katja Haß
KOSTÜME Anja Rabes
MUSIK Michael Verhovec
DRAMATURGIE Hannes Oppermann

Termine

21.01.2022 ab 19:30 Uhr

Ort

Schauspielhaus
Prinzenstraße 9
30159 Hannover

Für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren.