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Bühnen

Wiederaufnahme: Die verkaufte Braut

Eine arrangierte Ehe ist Ausgangspunkt der Komödie von Bedrich Smetana "Die verkaufte Braut", welche wieder auf der Bühne des Opernhauses zu sehen ist.

Eine Frau umarmt einen Mann von hinten © Thomas M. Jauk

Die Schauspieler Dorothea Maria Marx und Tivadar Kiss

Die klare Regelung von Erbschaft und Besitzvergabe motiviert die zwei Väter Kruschina und Micha dazu, einen Pakt zu schließen: Kruschinas Tochter Marie und Michas jüngster Sohn Wenzel sollen den Bund fürs Leben schließen.

Allerdings gibt es einige Haken: Wenzel hat eigentlich gar keine Erbansprüche. Aber da sein älterer Bruder als verschollen gilt, ist er automatisch der Erbe, was ihn aus Kruschinas Sicht zum idealen Schwiegersohn macht. Marie hingegen ist schon verliebt. Und zwar nicht in Wenzel, sondern in Hans. Der hat allerdings kein Geld. Und so setzt sich Marie gegen den Plan ihres Vaters zur Wehr und stellt ihre Liebe zu dem mittellosen Außenseiter Hans über finanzielles Auskommen und gesellschaftliches Ansehen. Um das Liebespaar zu trennen, wird nichts unversucht gelassen, bis sich Hans schließlich als Michas verschollener Sohn zu erkennen gibt. Ehepaar glücklich, elterliche Klausel erfüllt, alle zufrieden, bis auf Wenzel, der in die Röhre guckt.

Besonderheiten der Inszenierung

Man stelle sich folgendes Szenario vor: aufgrund von Budgetkürzungen sieht sich ein Opernhaus dazu gezwungen, die Spielstätte an einen externen Veranstalter zu vermieten; die ursprünglich geplante Inszenierung von Smetanas "Die verkaufte Braut" soll beibehalten werden, aber selbstverständlich unter besonderer Berücksichtigung des firmeneigenen "product placements". Der preisgekrönte Regisseur Martin G. Berger hat diese Schreckensvision eines jeden subventionierten Kulturbetriebs in seiner Inszenierung der Oper "Die verkaufte Braut" von Bedřich Smetana Wirklichkeit werden lassen. Das (fiktive) Unternehmen "prolocal" hat in Bergers Version sämtliche Vorstellungen der "Verkauften Braut" erworben und darf diese nun für seine obskuren propagandistischen Zwecke nutzen. Die Firma "prolocal" vertreibt nämlich Gefühle, und hier insbesondere eines, wonach sich mancher im Zuge der Globalisierung immer stärker zu sehnen scheint: das Heimatgefühl.

Wähnt sich das Publikum in Bergers Inszenierung zunächst auf einer jener ebenso banalen wie heimtückisch unterhaltsamen Hochzeitsshows aus dem Privatfernsehen – denn neben der Heimat reklamiert "prolocal" selbstverständlich auch weitere bürgerliche Werte wie Gemeinschaftsgefühl und Ehe für sich –, so wird es allmählich Zeuge, wie die beiden Hauptfiguren der Oper, Hans und Marie, gegen dieses Konzept aufbegehren, da sie sich von niemandem ihr persönliches Glück vorschreiben lassen wollen und können. Martin Berger wahrt die Grundsituation von Smetanas Oper und zeigt ein Paar, dass sich erfolgreich gegen einen überkommenen Regelkanon wehrt, der Individualität und Privatsphäre letztlich negiert – und übersetzt so »Die verkaufte Braut« sinnfällig in die Gegenwart.

Termin(e): 06.05.2018 
von 16:00 bis 18:45 Uhr
12.05.2018 
von 19:30 bis 22:15 Uhr
20.05.2018 
von 18:30 bis 21:15 Uhr
27.05.2018 
von 16:00 bis 18:45 Uhr
01.06.2018 
von 19:30 bis 22:15 Uhr
10.06.2018 
von 18:30 bis 21:15 Uhr
26.06.2018 
von 19:30 bis 22:15 Uhr
Ort

Opernhaus Hannover

  • Opernplatz
  • 30159 Hannover
Preise:
ab 19,50 €
Vorverkauf:

Produktion empfohlen ab Klasse 9.