HANNOVER.DE | Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Zuletzt aktualisiert:

Rauschhaft und emotional: Lilja Rupprechts Inszenierung von Goethes "Die Leiden des jungen Werther"

© Kerstin Schomburg

Bühnen

Wiederaufnahme: Werther

Goethes Briefroman "Die Leiden des Jungen Werther" porträtiert einen maßlos verliebten Mann. Ein Rausch voller Glück und Schmerz am Schauspielhaus.

Zwei Männer schauen zueinander © Kerstin Schomburg

Szene aus "Werther" mit Sebastian Nakajew und Alban Mondschein

Werther flieht vor enttäuschter Liebe und der Welt im Allgemeinen aufs Land. Ablenkung tut not und die Begegnung mit der Natur wird "seiner Seele köstlicher Balsam". Doch dann trifft er Lotte. Lotte, das Zauberwesen, seine Seelenverwandte, ein Engel, vergöttert und gebraucht, mehr als alles in der Welt. Ein Rausch voller Glück und Schmerz durchfährt und zermartert ihn. Denn Lotte hat sich für einen anderen entschieden: Albert. Das Gegenstück zu Werther. Ein Mann des Maßes, der Regeln, der Sicherheit. Werthers Welt explodiert.

Werther als moderner Held

Goethes Briefroman zeigt einen modernen Helden, aufgehangen zwischen den Polen der Zerstörung und der Schöpfung. Maßlos, selbstbezogen und gegen jede Vernunft handelnd, ist er dabei dennoch konsequent und merkwürdig klarsichtig. Wahn und Wahrhaftigkeit verknüpfen sich in ihm und stellen sich uns berührend und mit bestechender Präzision dar. 

"Werther" ist nicht nur ein Roman über die Liebe, er ist ein Gegenentwurf zu einer Welt, die auf Rationalität und Sicherheit, auf Erfolg und Berechenbarkeit setzt. Er ist ein Plädoyer für die Verschwendung, den Moment, den Glauben, die Feier, das Wagnis und den Exzess. 

Über Regisseurin Lilja Rupprecht

Die Inszenierung von "Werther" am Jungen Schauspiel Hannover übernimmt Lilja Rupprecht, die in ihren Arbeiten die Sprengung sowohl ästhetischer als auch inhaltlicher Sichtweisen sucht, um die Wucht des Gefühls herauszudestillieren. 1984 in Hamburg geboren, hat Lilja Rupprecht ihr Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin absolviert und unter anderem am Deutschen Theater Berlin, am Schauspiel Köln und in Stuttgart inszeniert.

Premiere war am 22. September 2019 am Schauspielhaus Hannover.

Termin(e): 29.09.2020 ab 19:30 Uhr
Ort

Schauspielhaus

  • Prinzenstraße 9
  • 30159 Hannover
Preise:
16,00 € - 38,00 € ggf. zzgl. Gebühren Verschiedene Ermäßigungsgruppen
Vorverkauf: