Bühnen

Zukunft der Erinnerung

Das dokumentarische Theaterstück in der Inszenierung Holger Warneckes ist am 2. März im Klecks-Theater zu sehen.

Das Vergangene ist nicht tot – es ist noch nicht einmal vergangen.

Warum erinnern wir uns? Wie gehen persönliches Erinnern und gesellschaftliche Erinnerung zusammen? Wie sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verwoben? Erinnerung dient immer der Orientierung in einer Gegenwart zu Zwecken künftigen Handelns. Der Blick zurück ist also immer einer nach vorn. Erinnerung ist folglich Arbeit an der Gegenwart. Diesen Zusammenhängen widmet sich das dokumentarische Theaterstück „Zukunft der Erinnerung“.

Regisseur Holger Warnecke hat zusammen mit drei jungen Frauen Interviews mit Zeitzeugen aus der Zeit zwischen 1920 und 1955 zu einem lebendigen Theaterstück umgearbeitet. Die Interviews sind dabei ein weit über das Private hinausgehender biografischer Erinnerungsschatz, der in dieser Inszenierung wieder zum Leben erweckt wird. Im Zentrum steht das alltägliche Leben von zwei Menschen, die der damaligen Majorität im Nationalsozialismus zuzurechnen sind. Wie haben sie gedacht? Was haben sie erlebt? Wodurch wurden sie geprägt? Wie sind sie mit dem Erlebten umgegangen?

Entstanden ist eine vielfältige und kurzweilige Inszenierung, die authentisches Material aus dem Leben eines alten Ehepaars auf ihre Relevanz für uns Heutige befragt.

Die ersten Aufführungen im Sommer in den Rosebusch Verlassenschaften und die jeweils sehr gut besuchten Nachbesprechungen zeigten, dass ZDE viele Anknüpfungspunkte für die Zuschauenden bietet. Die Diskussionen im Anschluss der Aufführungen kreisten um Fragen von individueller und gesellschaftlicher Relevanz von Erinnerung, um Möglichkeiten und Grenzen des dokumentarischen Theaters oder um die zeitdiagnostische Qualität der Inszenierung angesichts der Wahlerfolge der AFD. Da das Publikum sehr gemischt gewesen ist, sind Menschen ins Gespräch gekommen, die ansonsten wahrscheinlich eher selten miteinander diskutieren. Deutlich wurde: Das Vergangene ist nicht tot – es ist
noch nicht einmal vergangen.

Karten unter: zukunftdererinnerung@gmx.de

PRODUKTIONSTEAM
SPIELERINNEN & SPRECHERIN Diana da Silva Jasiak, Feryal Djavadi, Sarah Knop INSZENIERUNG Holger Warnecke TECHNIK Kai Kämmerer BÜHNE Rainer Söll KOSTÜM Diana da Silva Jasiak, Feryal Djavadi VIDEO- & TONBEARBEITUNG Ole Oltmann WERBUNG & TRAILER Kai Kämmerer SOCIAL MEDIA Diana da Silva Jasiak REGIEASSISTENZ Marie Schiwek

Termine

02.03.2024 ab 19:00 Uhr

Ort

Klecks-Theater Hannover e.V.
Kestnerstraße 18
30159 Hannover