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Hospital und Kirche S. Spiritus (Ausschnitt) StadtA H 1.AA.3, Nr. 8287, S. 175

© Stadtarchiv Hannover

Wissenschaft & Wirtschaft

Pfingsttagung des Hansischen Geschichtsvereins

"Messen, Märkte und Waren im hansischen Handel" ist das Thema der 135. Pfingsttagung des Hansischen Geschichtsvereins in Hannover.

Zum Thema der Tagung

Für den Austausch von Waren, Dienstleistungen oder Geld ist die Herstellung von direkten oder indirekten Kontakten zwischen Anbietern und Abnehmern unerlässlich. Je weiter diese voneinander entfernt sind, desto stärker bedarf es der Organisation und Koordination. Die Einrichtung von z.T. aufeinander abgestimmten Messen und Märkten stellte im Mittelalter ein wichtiges Instrument zur Beschaffung und Distribution von Produkten unter Zusammenführung von Angebot und Nachfrage, zur Kommunikation zwischen den Beteiligten am Handel, aber auch zu dessen Kontrolle und fiskalischer Erfassung dar.

Der Messestandort Hannover bietet sich in besonderer Weise für eine Pfingsttagung an, die sich mit den hansischen Einkaufs- und Absatzorten sowie mit einigen der vertriebenen Waren befasst. Dabei bedarf es ebenso des Blicks auf Hansestädte selbst als Handelsplätze wie auf etliche nichthansische Plätze und Nachbarregionen, die Produkte für den hansischen Handel bereitstellten oder aus ihm bezogen. Insgesamt sind sowohl ausgewählte große Zentren saisonaler Verdichtung (Frankfurt, Schonen) als auch kleinere Handelsplätze in ihrem Nebeneinander und Ineinandergreifen zu berücksichtigen. Zu erfassen sind u.a. ihre rechtlichen, infrastrukturellen sowie verkehrsmäßigen Voraussetzungen und auch eventuelle Erschwernisse für ihre Entwicklung. Im Zusammenhang mit der Existenz von periodischen oder dauerhaften Marktgelegenheiten und den hier umgesetzten Waren stellen sich speziell Fragen nach den Beteiligten und der Frequenz ihrer Kontakte, nach Wachstum oder Schrumpfen, nach Einzugsbereichen, dem Charakter des Warenangebots (z. B. Massen- oder Luxusprodukte) und dem Grad der Spezialisierung, nach der Organisation des Handels bis hin zu Kreditformen, nach Marktanteilen der Akteure zwischen Polypolie oder Monopolbildung, nach Formen ihres Wettbewerbs und Marktverhaltens zwischen Agieren und Reagieren, den Strategien und Taktiken zum Erreichen von Zielen über Kooperation wie Konflikt sowie nicht zuletzt nach dem Ausmaß herrschaftlicher Eingriffe. Die Vielzahl von Aspekten, die sich daraus ergeben, lassen erhoffen, dass das Sprichwort "Wenn man vom Markt kommt, ist man klüger" auch auf die diesjährige Pfingsttagung zutrifft.  (Rudolf Holbach / Jürgen Sarnowsky)

Hannover und die Hanse

Am 21.06.2018 beschloss der Rat der Landeshauptstadt Hannover einstimmig die Bewerbung der Stadt um Aufnahme in die Neue Hanse. Damit wendet sich die Stadt ihrer Geschichte als Mitglied der Handelsgemeinschaft zu. Sie will sich zukünftig gemeinsam mit aktuell 192 Städten in 16 Ländern in diesem europäischen Netzwerk engagieren. Fern von Nord- und Ostsee lagen die Städte des braunschweigischen Quartiers im Binnenland der Hanse. Die sächsischen Städte hatten sich schon 1246 zu einem Bund zusammengeschlossen. 1267/68 verteidigte Hannover mit Bremen, Hamburg, Lüneburg und anderen die gemeinsamen Kaufmannsinteressen in Gent, 1295 lassen sich hannoversche Kaufleute in Nowgorod nachweisen. Einhundert Jahre später räumte der König von Schweden hansischen Städten, auch Hannover, wirtschaftliche Vorrechte ein.
Das Agieren Hannovers in der Hanse korrelierte mit der Wirtschaftskraft der Stadt. Der Recess des Hansetages 1407 verzeichnete für die kleine Landstadt Hannover die Bereitstellung von fünf Bewaffneten zum Schutz hansischer Schiffe vor friesischen Seeräubern. Braunschweig und Magdeburg sollten zwanzig, Hildesheim acht, Göttingen fünf und Goslar vier „gewapende“ abstellen. Hannover handelte effizient. Die Ratsherren wogen die Vor- und Nachteile der aktiven Beteiligung sorgfältig ab, denn nur wenige hannoversche Kaufleute waren im Fernhandel tätig. Und nur, wenn diese die hansischen Privilegien nutzten, zog die Allgemeinheit der Hannoveraner daraus Nutzen. Das politische und finanzielle Engagement stand immer wieder zur Disposition. Ende des 16. Jahrhunderts zog sich Hannover, wie die Partnerstädte des Quartiers abgesehen von Braunschweig und Hildesheim, aus der Gemeinschaft zurück.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Hannover durch seine Lage als Knotenpunkt für die Eisenbahnmagistralen Berlin-Ruhrgebiet und Hamburg-Frankfurt in einer günstigen Position. Die Landeshauptstadt bot sich als deutsche Export-Messestadt an. 1947 wurde die Deutsche Messe- und Ausstellungs-A.G. Hannover-Laatzen gegründet und die erste Messe eröffnet. (Carola Pipenbring-Thomas)

Die Tagung findet statt in Kooperation mit dem Stadtarchiv Hannover.

Nichtmitglieder sind herzlich willkommen.

Anmeldung zur Tagung: auf angehängter Postkarte bis 23. Mai 2019

Rückfragen bitte an:
Hansischer Geschichtsverein
Mühlendamm 1-3
23552 Lübeck
Tel.: 0451 122 4152
e-mail: archiv@luebeck.de
https://www.hansischergeschichtsverein.de/jahrestagungen
 

Termin(e): 10.06.2019 
von 19:00 bis 22:00 Uhr
11.06.2019 
von 09:30 bis 21:00 Uhr
12.06.2019 
von 09:30 bis 18:00 Uhr
Ort

Sprengel Museum Hannover

  • Kurt-Schwitters-Platz
  • 30169 Hannover
Preise:
Tagungsgebühren (inkl. Museums-Eintritt):
Regulär: 35,00 €
Begleitperson: 10,00 €
Studierende und Referenten: frei
Weiße Stahlskulptur mit spiralförmigen Elementen vor einem Gebäude. © Hannover.de