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Regisseurin Agnes Varda und Street-Art-Künstler JR

© Agnès Varda-JR-Ciné-Tamaris, Social Animals 2016

Psychoanalyse und Film

Augenblicke: Gesichter einer Reise

Visages villages

Agnès Varda/JR, Frankreich 2017, 90 Minuten, Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

mit JR, Agnès Varda, Jeannine Carpentier

Anschließend Referat und Diskussion mit Dipl.-Psych. Gertrud Corman-Bergau und Pastor Martin Bergau

Street-Art-Künstler JR und Regisseurin Agnes Varda. Auf der Mauer im Hintergrund das Foto einer Ziege in schwarz-weiß © Agnès Varda-JR-Ciné-Tamaris, Social Animals 2016

Street-Art-Künstler JR und Regisseurin Agnes Varda

Gemeinsam mit dem fünf Jahrzehnte jüngeren Street-Art-Künstler JR streifte Agnès Varda durch die französische Provinz, porträtierte Menschen, sich wandelnde Arbeits- und Lebensverhältnisse. Assoziativ, mit Brüchen und überraschenden Bildschnitten löst der Film beim Zuschauenden Staunen, Freude, Mitgefühl oder auch Traurigkeit aus. Varda: „Ich habe mein Leben und vor allem auch in meinem Arbeiten immer wieder die Frage gestellt, wo wir die Wirklichkeit, die uns umgibt, aufbrechen und kleine Fenster in die Welt des Traums oder auch in die Leben und Gefühle unserer Mitmenschen öffnen können.“ Wir sehen Gesichter einer Reise, die beim Zuschauen glücklich machen – und traurig, weil wir alle nur Vorübergehende sind, die ein liebender Blick streift, größer macht, bewahrt. Wenn man Glück hat.

Die Dokumentation kreiert Wirklichkeit durch die Auswahl und die Art des Blicks.  Die Kamera wählt Raum, Zeit den Ausschnitt. Der Film ist somit immer eine subjektive und in diesem Falle wunderbare Konstruktion.

Analog findet sich dies auch in der Erzählung der Lebensgeschichte im therapeutischen Prozess.  Menschen berichten uns ihre Sichtweisen und geben Einblicke in ihr Inneres frei. Der Zugang zur Vertiefung und das Verstehen erfolgt über die freie Assoziation. Sinn und Erkennen geschieht über die Begegnung mit einem anderen Menschen. In gemeinsamer Wahrnehmung entwickelt sich die Rekonstruktion der inneren Wahrheit.  Träume sind dabei der „Königsweg zum Unbewussten“ (Freud).

Die Beschäftigung mit diesem anrührenden und bewegenden Film der Begegnung zweier Künstler bringt uns ihre Lebendigkeit und Kreativität nahe.  Sie ist das letzte Werk der unlängst verstorbenen Agnes Varda: „Das Leben tobte um mich herum, und ich habe Filme darüber gemacht“. Agnes Varda, mit Respekt „Grande Dame“ der Nouvelle Vague genannt, hat mit ihrer Methode der bewegten Kamera Jean Luc Godard die Vorlage zu seinen filmischen Innovationen gegeben. Sie hinterlässt eine Fülle an Werken: Filme, Installationen, Bildern und zeigt sich in ihrem letzten Werk kraftvoll und vital in der Zusammenarbeit mit dem Street Art Künstler JR. Allein dieser Begegnung im Film beizuwohnen, ist ein Ereignis.  

Termin(e): 02.12.2019 ab 19:30 Uhr
Ort

Kino im Künstlerhaus Hannover

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover
Preise:
7,50 Euro / 5,50 Euro ermäßigt
Schüler, Studenten, Auszubildende, Sozialhilfeempfänger und Schwerbehinderte erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Ausweises eine Eintrittskarte zum ermäßigten Preis.
Hannover-Aktiv-Pass-Inhabern gewährt das Koki freien Eintritt.

Kartenreservierung und -vorverkauf:
0511/168-45522
KokiKasse@Hannover-Stadt.de
Montag - Freitag 12.00 bis 18.00 Uhr und an der Abendkasse. Die Kinokasse öffnet jeweils 30 Minuten vor Spielbeginn.