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Kino-Events

Regisseurin zu Gast: Winter adé

In Anwesenheit von Regisseurin Helke Misselwitz läuft am 2. März im Kino am Sprengel der Film "Winter adé". Darin geht es um die Situation und Sehnsüchte von Frauen in der DDR – Helke Misselwitz drehte den Film 1988, also ein Jahr vor dem Mauerfall. Die Filmvorstellung ist Teil der Reihe "80er Jahre – Filme von Frauen" im Kino am Sprengel.

Zwei Frauen mit altertümlich anmutender Kopfbedeckung © Quelle: Kino im Sprengel

Frauen in der DDR sind die Protagonistinnen des Films "Winter adé".

Während einer fiktiven Eisenbahnreise der Regisseurin vom Süden der DDR bis zur Insel Rügen im Norden spricht Helke Misselwitz mit Frauen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher sozialer Herkunft über deren Hoffnungen, Probleme und Sehnsüchte. Dabei äußern die Frauen ihre Ansprüche an das Leben, unter den realen Bedingungen ihres Landes. Die Reise beginnt in der ehemaligen Bergarbeiterstadt Zwickau, dem Geburtsort und Ort der Kindheit der Regisseurin, die den Film mit einem persönlichen Kommentar einleitet und auch die Gespräche mit den Frauen mit großer Empathie führt. Während der Zug die Jahreszeiten durcheilt, durchläuft der Film die Lebenszeiten verschiedener Frauengenerationen in dem Versuch, zu einer allgemeinen verbindlichen Aussage zu kommen.

Einzigartige Perspektive

In "Winter adé" traten erstmals Frauen in der DDR offen und selbstverständlich vor der Kamera auf. Es gab in der DDR keine Frauenbewegung, geschweige denn einen feministischen Film. Insofern ist "Winter adé" ein einzigartiges Statement zur damaligen Situation, zum Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Frauen im Osten Deutschlands.

Auszeichnung beim Dokfilmfestival 1988

"Winter adé“ verwies mit seinem programmatischen Titel auf die Unhaltbarkeit des offiziellen Meinungsbildes und war Ausdruck eines deutlichen Stimmungswechsels im Osten Deutschlands, der sich ein Jahr später endgültig Bahn brach. Von offizieller Seite abgelehnt, lief "Winter adé" 1988 dennoch im Wettbewerb des Dokfilmfestivals in Leipzig und wurde mit der Silbernen Taube ausgezeichnet.

Kamera: Thomas Plenert, Schnitt: Gudrun Plenert, Musik: Mario Peters

Termin(e): 02.03.2019 ab 20:30 Uhr
Ort

Kino im Sprengel

  • Klaus-Müller-Kilian-Weg 2
  • 30167 Hannover

Filmdaten: DDR 1988, 115 min., 35mm