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Konzerte

Achim Reichel

Er gilt manchem als "Urvater des deutschen Rock: Am 28. Oktober kommt Achim Reichel ins Theater am Aegi – im Gepäck hat der 75-Jährige ein "Best of" seines musikalischen Schaffens, von Seemannsliedern bis hin zu vertonter Lyrik.

Das Hamburger Rockurgestein ist mittlerweile 75 Jahre alt. Zeit für eine Bilanz und vielleicht auch eine Zäsur? Zumindest für einen Rückblick, für ein "Best Of" dieser Schaffensperiode, die sich am besten in Alben bemessen lässt: 22 Alben verrockter Seemannslieder, deutscher Lyrik und Prosa, altgermanischer Balladen, Volkslieder und poetischer Alltagsgeschichten. 37 Titel daraus, auf Vinyl und CD gepresst, präsentiert er als eine Art Werkschau seines Musiker-Lebens, mit dem er zu sich selbst fand: Neu gemastert, und nicht nur im Studio eingespielt, denn Live-Aufnahmen seien "noch mal eine ganz andere Realität", sagt er.

Achim Reichel als Rebell

Als Frontmann der Hamburger "Rattles" spielte er zwischen 1960 und 1966, zu Zeiten des legendären Star-Club, an die 30 Singles ein, die Hamburger Jungs tourten 1963 zusammen mit den damals noch weniger bekannten Rolling Stones durch England und begleiteten die Beatles 1966 auf deren einziger Deutschland-Tournee. Nach seiner Einberufung zur Bundeswehr folgten dann die Hits mit Wonderland.

Achim Reichel war ein Rebell, ein 68er und Aufbegehrender, aber auf seine ganz eigene Art. "Politisches Lied muss nicht immer Parolen-Singen bedeuten", sagt er, "der Sound einer Musik ist auch eine Haltung, der Sound kann auch unangepasst sein". Wie sehr, das bewies er, als er 1971 erstmals mit elektronischen und psychedelischen Klängen experimentierte und sich mit A. R. & Machines auf eine ›Grüne Reise‹ begab, die von den Hippies erst viel später entdeckt wurde.

Das Leben "danach": Seemannslieder, Volkslieder, Lyrik

Sein Leben danach begann in seiner ganz eigenen rockmusikalischen Zeitrechnung 1975 mit seinem ersten deutschsprachigen Album: Mit "Dat Shanty Alb'm" legte er ein Album voller unprätentiöser Seemannslieder vor. Von da an folgten deutschsprachige Alben mit Balladen, Volksliedern, vertonte norddeutsche Lyrik. Für seinen Sommerhit "Aloha Heja He" (1991) bekam er eine Goldene Schallplatte.

Reichel wollte Stilrichtungen erproben, sich ausprobieren und nie in Schablonen pressen lassen. Er ist Zeit seiner Karriere ein Suchender. Er entdeckte und vertonte alte Lyriker der Seefahrerromantik wie Detlev von Liliencron, er entstaubte große deutschen Dichter und Prosaisten: Fontanes "Herr von Ribbek auf Ribbeck im Havelland" oder Goethes "Zauberlehrling" kannten viele Schüler nur, weil er sie ihnen rockig mundgerecht servierte.

Termin(e): 28.10.2019 ab 20:00 Uhr
Ort

Theater am Aegi

  • Aegidientorplatz 2
  • 30159 Hannover
Preise:
Kategorie 1 52,65 €
Kategorie 2 47,15 €
Kategorie 3 40,55 €
Kategorie 4 33,95 €
Vorverkauf:

Einlass beginnt um 19:00 Uhr