Konzerte

Liberté d‘Action

Ein szenisches Konzert mit Texten von Henri Michaux steht am 13. und 14. Mai in der Orangerie auf dem Programm.

Hier fließt ein Fluss unter der Decke durch das Foyer. Kulturgüter von unschätzbarem Wert scheinen in einem nicht abreißenden Strom der Vergänglichkeit zu verfallen. Sie fließen unaufhaltsam aus der barocken Galerie in den gläsernen Quader. Der Blick lässt sich nicht abwenden von dieser Katastrophe: Figuren und Büsten, Münzen und Vasen, Identitäten diverser Gesellschaften, werden in dieser abstrakten Fluss- und Wasseranimation weggeschwemmt.

Der Licht- und Konzeptkünstler Mischa Kuball erforscht in seinen Arbeiten immer wieder architektonische Räume und deren soziale und politische Kontexte. Mit dem prunkvollen Großen Garten der Herrenhäuser Gärten auf der einen Seite und einer befahrenen Straße mit Straßenbahnlinie auf der anderen, zwischen barocker Galerie und Schloss-Nachbau ist das Arne Jacobsen Foyer der ideale Raum für Kuball: ein historisch aufgeladener Schaukasten, dessen Bedeutung er in seiner Video-Arbeit lost artefacts, lost presence thematisiert. Neben der Funktion des Arne Jacobsen Foyers als "Gelenk" zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen Original und Kopie wirft er die Frage der Provenienz der vorbeiziehenden Objekte auf.

Werden sie ihren Ursprungsorten möglicherweise zugeführt oder sind sie dauerhaft für alle Kulturen verloren? Und wo positionieren sich die Zusehenden: Stehen sie am Rand dieser Debatte? Oder befinden sie sich mittendrin?

Mitwirkende

Ensemble Modern:
Zwei Klaviere Neus Estrellas / Hermann Kretzschmar / Sophie Patey / Ueli Wiget (alternierend)

Komposition / Regie / Bühne: Heiner Goebbels
Sounddesign: Willi Bopp / Paul Jeukendrup (alternierend)
Kostüm: Florence von Gerkan
Licht: Heiner Goebbels / Marc Thein
Musikalische Assistenz / Transkription: Diego Ramos Rodriguez
Assistenz: Lisa Schettel
Hospitanz: Sóley Sigurjónsdóttir

Sprache: Deutsch und Französisch