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Programm Gedenkstätte Ahlem

Ahlem und die Berufsumschichtung der Juden

Fachtagung zum 125. Jubiläum der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem mit internationalen Expertinnen und Experten am 22. Juni in Hannover.

Das Gebäude der Gedenkstätte Ahlem von außen, umgeben von mehreren Bäumen. Davor sind Blumen u. a. Tulpen. © F. Bittner, Region Hannover

Gedenkstätte Ahlem am Ort der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem

"Die israelitische Erziehungsanstalt in Ahlem unweit Hannover, wird am 30. Mai definitiv eröffnet", ließ Schulgründer Moritz Simon am 26. Mai 1893 in der Allgemeinen Zeitung des Judentums verkünden. Tatsächlich dauerte es noch bis zum 2. Juni, bis die Gartenbauschule ihre Pforten für 60 jüdische Schüler und Lehrer öffnete. In erster Linie wurden die Lehrlinge zu Gärtnern, einige auch in handwerklichen Berufen ausgebildet.

Fachtagung am 22. Juni

Anlässlich des 125. Jubiläums der Israelitischen Gartenbauschule lädt die Gedenkstätte Ahlem gemeinsam mit dem Zentrum für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur (CGL) der Leibniz Universität Hannover für Freitag, 22. Juni 2018, 9.30 bis 17 Uhr, zu einem Symposium an diesem historisch bedeutsamen Ort ein. Titel und Fokus der Fachtagung mit internationalen Expertinnen und Experten: "Ahlem und die Berufsumschichtung der Juden".

Im Rahmen des Symposiums

werden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Israel, Russland und Deutschland zur Berufsumschichtung im 19. und frühen 20. Jahrhundert referieren. Besondere Beachtung findet die Bedeutung des Gartenbaus im Zuge der jüdischen Berufsumschichtung. Im ersten Teil der Fachtagung geht es um die bisher wenig erforschten Überlegungen und Ansätze zur Berufsumschichtung in Deutschland: Beispiele sind die 1801 durch Israel Jacobson in Seesen gegründete "Industrieschule" oder die russische Organisation ORT, die Ende des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland zu wirken begann.

Gartenbauschule im größeren historischen Kontext

"Erstmals wird auch die Gartenbauschule Ahlem in einen größeren historischen Kontext gestellt, um ihre Bedeutung für die Berufsumschichtung der Juden in Deutschland präziser einordnen zu können", kündigt Stefanie Burmeister, Leiterin der Gedenkstätte Ahlem, an. Die Gartenbauschule Ahlem rückt im zweiten Teil des Symposiums in den Fokus: Es geht darum, Lebenswege von Ahlem-Absolventen als Beispiele für eine erfolgreiche Berufsumschichtung darzustellen. Dass die Beiträge sich ausschließlich auf das Ausland beziehen – behandelt werden Beispiele aus Israel und den USA -, wäre nicht im Sinne des Schulgründers Moritz Simon gewesen, der die in Ahlem ausgebildeten Gärtner gern in Deutschland behalten hätte. Doch die politische Entwicklung in Deutschland führte spätestens ab 1933 dazu, dass die Ausbildung in Ahlem für viele Schüler und Lehrlinge eine lebensrettende Funktion erhielt.

Begrenzte Teilnehmerzahl

Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, bitte das Team der Gedenkstätte Ahlem um Anmeldung bis zum 8. Juni 2018, telefonisch unter +49 511 616-23745 oder per Mail an gedenkstaette@region-hannover.de.

Das Programm – mit Vorträgen auf Deutsch und Englisch (mit Übersetzung)

  • 9.30 Uhr - Begrüßung
    Stefanie Burmeister, Leiterin der Gedenkstätte Ahlem
    Bernhard Beßler, Leiter des Geschäftsbereichs Gartenbau, Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • 10 Uhr - Teil 1: Berufsumschichtung im 19. Jahrhundert – Pläne und Projekte
    Katrin Keßler, Bet Tfila, Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa, Technische Universität Braunschweig: Israel Jacobson und die "Industrieschule" in Seesen
    Harald Lordick, Salomon-Ludwig-Sternheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte, Universtät Duisburg: Die "Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke und des Ackerbaus unter den Juden im preußischen Staate"
    Alexander Ivanov, European University at St. Petersburg: Die ORT vor dem Ersten Weltkrieg
  • 11.30 Uhr
    Hagit Lavsky, Hebrew University Jerusalem / University of Haifa: Jenseits von "Berufsumschichtung" – Die Rolle der Landwirtschaft bei den jüdischen Bestrebungen einer nationalen Renaissance
    Hans-Dieter Schmid, Leibniz Universität Hannover: Moritz Simon und die Berufsumschichtung der Juden im 19. Jahrhundert
  • 13.30 Uhr - Teil 2: Folgen und Erfolge der Berufsumschichtung
    Joachim Wolschke-Bulmahn, Leibniz Universität Hannover: Absolventen der Gartenbauschule Ahlem in den USA
    Tal Alon-Moses, Technion Haifa: Ahlem-Absolventen und ihr Beitrag zur zeitgenössischen israelischen Landschaftsarchitektur
    Marlis Buchholz, Gedenkstätte Ahlem: Erfolgreiche Ahlem-Absolventen in Palästina-Israel – Beispiele
    Iftach Shachar, Kibbuz Yagur: Shlomo Weinberg-Oren und der Kibbuz Yagur
  • 15.45 Uhr
    Nachfahren ehemaliger Ahlemer berichten
  • 16.30 Uhr
    Joachim Wolschke-Bulmahn / Hans-Dieter Schmid: Zusammenfassung und Schlusswort

 Simultanübersetzung: Nicholas Yantian, Stephen Tree

  • 17 Uhr - Empfang
Termin(e): 22.06.2018 
von 09:30 bis 17:00 Uhr
Ort

Gedenkstätte Ahlem

  • Heisterbergallee 10
  • 30453 Hannover

Eintritt: frei

Anzahl der Plätze ist begrenzt, Anmeldung bis zum 8. Juni 2018