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Lesungen & Vorträge

Kriminaluntersuchungen, Gerichtsverfahren und ...

... Begnadigungen: Im zweiten Vortrag der neuen Reihe "Verbrechen und Strafe im Königreich Hannover" widmen sich Dr. Anne-Katrin Henkel und Dr. Gerd van den Heuvel am 19. Februar in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek zwei spektakulären Mordfällen im Umkreis von Hannover aus den 1820er Jahren.

Genauer gesagt geht es um den Gang der Kriminaljustiz von der Täterermittlung bis zum Strafurteil und den Möglichkeiten der Strafmilderung durch königliche Begnadigung. Ein besonderes Augenmerk gilt hierbei dem Spannungsfeld zwischen einer Justiz, die bemüht ist, Tatmotive, soziales Umfeld, psychologische Dispositionen und mildernde Umstände zu erforschen und dem 300 Jahre alten Strafgesetzbuch, der "Carolina", das letztlich den Gerichten bei der Strafzumessung kaum Spielraum ließ, umso mehr aber die Position des Monarchen als Begnadigungsinstanz stärkte. 

Über die Vortragsreihe und die Vortragenden

Rad, Schwert und Galgen – so lauteten auch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Königreich Hannover (1814-1866) die meisten Urteile bei Mord, Totschlag, Brandstiftung oder wiederholtem Diebstahl. Die anachronistische "Peinliche Halsgerichtsordnung" Kaiser Karls V. von 1532 bildete noch immer die Grundlage des Strafrechts. Und auch das neue, nach langer Verzögerung 1840 in Kraft getretene "Criminalgesetzbuch für das Königreich Hannover", galt als eines der rückschrittlichsten unter den deutschen Strafgesetzbüchern.
Vor diesem Hintergrund widmen sich Dr. Anne-Katrin Henkel und Dr. Gerd van den Heuvel in der dreiteiligen Vortragsreihe auf der Basis von ca. 220 Fällen von Schwerkriminalität der konkreten Strafrechtspraxis im Königreich Hannover: von der Täterermittlung über die Gerichtsverfahren bis zur Bestätigung der Urteile durch den König und die Strafvollstreckung in Form von Arbeits-, Zuchthaus und Todesstrafen.

Dr. Anne-Katrin Henkel, Studium der Geschichtswissenschaft, Germanistik, Politikwissenschaft und Pädagogik an der Universität Hannover. Staatsexamen für den höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken. Stellvertretende Direktorin und Fachreferentin für Geschichtswissenschaft an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Veröffentlichungen u. a. zur Landes- und Regionalgeschichte Niedersachsens.

Dr. Gerd van den Heuvel studierte Geschichte, Germanistik und Politische Wissenschaften und war von 1985 bis 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Leibniz-Archiv der GWLB. Forschungsschwerpunkte: Französische Geschichte des Ancien Régime und der Revolution, Leibniz und seine Zeit, Niedersächsische Landesgeschichte, Agrargeschichte.

Termin(e): 19.02.2019 ab 17:00 Uhr
Ort

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

  • Waterloostraße 8
  • 30169 Hannover

Eintritt frei