Lesungen & Vorträge

Daniela Dröscher und Elisabeth Lechner

Diätkultur und Schönheitswahn: Daniela Dröscher und Elisabeth Lechner diskutieren am 6. Oktober im Literaturhaus darüber, wie jede und jeder einzelne die Deutungshoheit über den eigenen Körper zurückholen kann.

 

Daniela Dröscher

Schlank, fit und athletisch – dieses vermeintliche Körperideal wird von Werbung und Sozialen Medien, aber oft genug auch im privaten und beruflichen Umfeld stetig reproduziert. Menschen, deren Körper diesem Bild nicht entspricht, erfahren häufig Abwertung und Stigmatisierung, etwa, wenn von ihrer Statur Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit behauptet werden.

So ergeht es auch der Mutter der Protagonistin in Daniela Dröschers neuem Roman: Jahrelang leidet sie unter den Anfeindungen ihres Mannes, der seine Frau für „zu dick“ hält. Diesen Umstand macht er für alles verantwortlich, was ihm vermeintlich versagt bleibt, während die Frau sich bis an den Rand der Erschöpfung für andere verausgabt.

Dass die psychischen Auswirkungen solcher Diskriminierung („Fat Shaming“ oder „Fatphobia“) meist gravierender sind als die des Körpergewichts auf die physische Gesundheit, zeigt Elisabeth Lechner in ihrem eindrücklichen Plädoyer „Riot, Don’t Diet!“. Darin macht sich die Kulturwissenschaftlerin stark für eine neue, nicht-visuelle Definition von Schönheit und erklärt, dass die Diskriminierung von dicken Menschen vor allem der Diätindustrie in die Karten spielt.

Im Literaturhaus sprechen Daniela Dröscher und Elisabeth Lechner mit Jutta Rinas darüber, wie jede und jeder einzelne sich die Deutungshoheit über den eigenen Körper zurückholen kann.

Die Autorinnen

Daniela Dröscher schreibt Prosa, Essays und Theatertexte. Zuletzt erschien das Memoir „Zeige deine Klasse“ (2018). Sie wurde u.a. mit dem Anna-Seghers-Preis und dem Robert Gernhardt-Preis ausgezeichnet. Seit Herbst 2018 ist sie Ministerin im Ministerium für Mitgefühl.

Elisabeth Lechner ist Kulturwissenschaftlerin und hat zu ‚ekligen‘ weiblichen Körpern und Body Positivity an der Universität Wien promoviert. Sie forscht an der Schnittstelle von Popkultur-Studien, feministischer Medienwissenschaft, Affect & Body Studies.

Die Moderatorin

Jutta Rinas arbeitete für den WDR, die FR und ist seit 1997 Redakteurin bei der HAZ.

Termine

06.10.2022 ab 19:30 Uhr

Ort

Literaturhaus Hannover
Sophienstraße 2
30159 Hannover

Regulär

12 €

Ermäßigt

6 €

Corona-Regeln siehe Homepage des Veranstalters.