Lesungen & Vorträge

Ein Profiler als Krimi-Autor

Das Kaffehaus Anna Leine der Hannoversche Werkstätten lädt am 21. November zum Promi-Talk mit Carsten Schütte.

Carsten Schütte

Viele Menschen schauen gern Krimis im Fernsehen, lieben spannende Kriminalromane oder genießen ein Krimidinner in einer angesagten Location. Wie aber sieht die Verbrecherjagd im realen Leben aus? Was machen die Menschen, die sich täglich mit sexuellen Gewalt- und Tötungsdelikten auseinandersetzen müssen? Wie gelingt es den Profilern der Operativen Fallanalyse (OFA), Mordermittler zu unterstützen, um dem Täter auf die Spur zu kommen und welche Rolle spielen Medien bei der Aufklärung eines schweren Verbrechens? 

Antworten auf diese Fragen gibt es beim Promitalk am 21. November, 19 Uhr, im Anna Leine (Hannoversche Werkstätten), Am Hohen Ufer 3. Dann plaudert Carsten Schütte, Leiter der OFA beim Landeskriminalamt und Autor von Profilerthrillern und AIDA-Krimis, aus dem Nähkästchen und präsentiert kleine Textpassagen aus seinem neuesten Buch Opferbucht. Einlass ist ab 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Moderiert wird der Krimiabend von Nerissa Rothhardt (Nessi) und die Mitarbeitenden des Cafés Annaleine (Hannoversche Werkstätten) servieren mörderisches Essen und Getränke.

Es gibt in Deutschland nur rund 80 Profiler (Fallanalytiker) , sie arbeiten in der Regel im Hintergrund, die Öffentlichkeit weiß wenig über sie.  „Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit einem Fall und rekonstruieren die Tat anhand der sogenannten objektiven Spurenlage. Neben der Motivation des Täters versuchen wir anhand seines Handelns am Tatort und mit dem Opfer die Persönlichkeit eines Täters zu beschreiben und erstellen dann das Täterprofil“, erläutert Carsten Schütte, der seit 20 Jahren bei der Operativen Fallanalyse im LKA Niedersachsen arbeitet, diesen Fachbereich seit 2016 leitet und noch immer für seinen Beruf brennt. Häufig würden die Täter in den Medien zu schnell als Monster und Bestien dargestellt, was bei der Aufklärung nicht immer förderlich sei. Eine Frau, die ihr Neugeborenes getötet habe, könne eine ganz normale und liebenswerte Nachbarin sein, die durch ihr soziales Umfeld nie durch eine solche Beschreibung in den Fokus rücken würde. Tipps aus der Bevölkerung erhalte die Kripo nur, wenn die Täterin in den Medien nicht zum Monster stilisiert werde. Vieles aus seiner Arbeit lässt Schütte in seine Bücher einfließen und er weiß, wie er die Leser mit seinen Krimis von der ersten bis zu letzten Minute fesseln kann.  

Stadtzeichner Malte Wulf malt während des Talks die Gäste auf Postkartengrößen und fängt mit Aquarell und Tinte besondere Situationen ein. Die Kunstwerke können im Anschluss gegen eine Spende erworben werden. Die Spendeneinnahmen gehen ohne Abzüge an den gemeinnützigen Verein „A little Help from my Friends“, ein Vertreter des Vereins ist vor Ort.

Termine

21.11.2022 ab 19:00 Uhr

Ort

Kaffeehaus Anna Leine
Am Hohen Ufer 3
30159 Hannover

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt

Corona-Regeln siehe Homepage des Veranstalters.