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Lesungen & Vorträge

Heimat? Was ist das denn?

Der illustrierte Vortrag von Hubert Brieden am 3. November im Veranstaltungszentrum Rotation wirft einen Blick in Geschichte und Gegenwart des Heimat-Begriffs.

Eine Definition des Begriffs "Heimat" sucht man meist vergeblich. Dabei wurde mit ihm seit dem 19. Jahrhundert Politik gemacht. Als juristische Definition legte er zunächst fest, dass nur derjenige Heimatrecht besaß, der über Grund und Boden verfügte. Arbeiter hatten daher keine Heimat, waren "vaterlandslose Gesellen". In deutsch-nationalen Kreisen galten auch Juden als heimatlos und kosmopolitisch. Der Begriff "Heimat" wurde mit biologistischrassistischen Elementen aufgeladen. Während der NS-Diktatur diente er der Ausgrenzung von Juden, "Zigeunern", "Asozialen" und politischen Gegnern. Sie alle hatten keinen Platz in der "deutschen Volksgemeinschaft". Auf die Förderung des Heimatgedankens wurde in dieser Zeit großen Wert gelegt. Heimatfeste waren allgegenwärtig. In vielen Orten wurden Heimatmuseen eingerichtet, die ein völkisches Heimatgefühl popularisieren sollten. Nach dem Krieg fand eine kritische Reflexion des Begriffs kaum statt. Heimatfilme und -musik reproduzierten bekannte Klischees und erfreuten sich wieder großer Beliebtheit.

Termin(e): 03.11.2020 ab 19:00 Uhr
Ort

Ver.di-Höfe, Veranstaltungszentrum Rotation

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