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Sonderveranstaltungen

In der Reihe im Dialog: Franz Nause

Wie kam der Referenten-Führer des sozialistischen Widerstandskämpfers Franz Nause ins Stadtarchiv?

Im Rahmen der Ausstellung "Spuren der NS-Verfolgung. Über Herkunft und Verbleib von Kulturgütern in den Sammlungen der Stadt Hannover" findet ein Podiumsgespräch statt, bei dem es insbesondere um das Schicksal von Franz Nause aus Hannover gehen wird.

Geboren 1903, trat Franz Nause früh der Sozialistischen Arbeiterjugend, dem Fabrikarbeiterverband und 1921 der SPD bei. Er engagierte sich in der Widerstandsorganisation Sozialistische Front gegen die Nationalsozialisten. 1933 erstmalig kurzzeitig inhaftiert, wurde er im Sommer 1936 nach Enttarnung der Organisation erneut verhaftet. Zu den im Durchsuchungs- und Beschlagnahmeprotokoll vermerkten Gegenständen gehören auch "diverse Bücher und Schriften aus marxistischer Zeit". 1937 wird er vom Volksgerichtshof in Berlin zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Bereits schwer erkrankt, wird er in das Zuchthaus Brandenburg-Görden verlegt, wo er im März 1943 starb.

2006 publizierte das Stadtarchiv erstmals zur Provenienz seines Buches "Anleitung für sozialistische Redner". Vier Jahre später erschien eine Biographie Nauses und ein Stolperstein für ihn wurde in der Kesselstraße 19 in Hannover-Limmer verlegt. Aufgrund dieser Vorarbeiten konnte die Provenienzforschung der Stadt Hannover 2017 zwei Enkelkinder Franz Nauses in Hannover treffen und diese "Anleitung für sozialistische Redner" restituieren. Heute wird dieses Buch als Leihgabe der drei Enkelkinder ausgestellt. 

Teilnehmer des Podiumsgesprächs

Henning Pöhl (Enkel von Franz Nause)

Holger Horstmann (Stadtarchiv Hannover)

Dr. Johannes Schwartz(Museen für Kulturgeschichte & Stadtarchiv Hannover)

Jonny Peters (Vorstand Quartier e.V.)

Dr. Sylvia de Pasquale (Leiterin der Gedenkstätten in Brandenburg an der Havel/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten) und

Prof. Dr. Thomas Schwark (Direktor der Museen für Kulturgeschichte Hannover)

Termin(e): 28.03.2019 
von 18:00 bis 20:00 Uhr
Ort

Museum August Kestner

  • Trammplatz 3
  • 30159 Hannover
Preise:
Eintritt 05,00 €
Ermäßigt 04,00 €
Eingangsfassade: Museum August Kestner © MAK