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Lesungen & Vorträge

Judith Schalansky: Verzeichnis einiger Verluste

Die "Atlas der abgelegenen Inseln"-Autorin stellt am 27. November im Literaturhaus ihr neues Werk vor.

Frau © Jürgen Bauer/Suhrkamp Verlag

Judith Schalansky

Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind – mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhanden gekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen. Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein naturgemäß unvollständiges Verzeichnis des Verschollenen und Verschwundenen, das seine erzählerische Kraft dort entfaltet, wo die herkömmliche Überlieferung versagt. Die Protagonisten dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war, die gealterte Greta Garbo, die durch Manhattan streift und sich fragt, wann genau sie wohl gestorben sein mag, und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt.

So handelt dieses Buch gleichermaßen vom Suchen wie vom Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und zeigt, dass der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erinnerung gibt: Ein Stück Literatur, die erfahrbar macht, wie nah Bewahren und Zerstören, Verlust und Schöpfung beieinander liegen.

Über die Vortragenden

Judith Schalansky, geb. 1980, studierte Kunstgeschichte und Kommunikationsdesign. Ihr Werk, darunter der international erfolgreiche Bestseller "Atlas der abgelegenen Inseln" sowie der Roman "Der Hals der Giraffe", ist in mehr als 20 Sprachen übersetzt und wurde vielfach ausgezeichnet: u.a. mit dem 1. Preis der Stiftung Buchkunst, dem Preis der Literaturhäuser und dem Droste-Preis. Sie ist Herausgeberin der "Naturkunden" und lebt als Gestalterin und freie Schriftstellerin in Berlin.
Jutta Rinas, geb. 1963 in Mannheim, studierte Klavier, Musikwissenschaft und Germanistik und arbeitete für den WDR und die FR. Seit 1997 ist sie Redakteurin bei der HAZ.

Termin(e): 27.11.2018 ab 19:30 Uhr
Ort

Literaturhaus Hannover

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover
Preise:
12,00 Euro ermäßigt 6,00 Euro
Vorverkauf: