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Lesungen & Vorträge

Mir thut jedermann viel Gutes

Johanna Sophie zu Schaumburg-Lippe und ihr Netzwerk sind Thema des Vortrags am 29. Oktober in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek.

Frauenporträt © GWLB

Johanna Sophie zu Schaumburg-Lippe

Johanna Sophie wurde 1673 als Gräfin zu Hohenlohe-Langenburg geboren und heiratete 1691 Graf Friedrich Christian zu Schaumburg-Lippe. Zunächst verlief ihr Leben in geordneten Bahnen, doch im Jahr 1702 verließ sie ihren Ehemann und entzog ihm zudem dauerhaft die beiden gemeinsamen Söhne. In dieser schwierigen Situation war sie besonders auf ein Netzwerk aus Familienangehörigen und anderen Verbündeten angewiesen. Unterstützung und Schutz fand sie insbesondere am kurfürstlichen Hof von Hannover, mit dem sie 1714 nach London übersiedelte. Erst 1728, nach dem Tod ihres Ehemannes, kehrte sie nach Schaumburg zurück, wo sie 1743 verstarb.
Der Vortrag gibt Einblicke in das bewegte Leben Johanna Sophies und beleuchtet ihr soziales Umfeld.

Über die Vortragende 

Petra Widmer studierte Geschichte sowie Landschafts- und Freiraumplanung in Hagen bzw. Hannover. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hannover und bei der Stiftung Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, arbeitete als Buchhändlerin sowie in der freien Wirtschaft. Seit 2019 ist sie an der FernUniversität in Hagen tätig. Johanna Sophie zu Schaumburg-Lippe steht im Zentrum ihres Dissertationsprojektes, an deren Beispiel sie Netzwerkpflege, Kommunikation und Selbstdarstellung des Hochadels in der Frühen Neuzeit untersucht.

Nicht nur schmückend' Beiwerk

Dieser Vortag ist der Teil der Reihe "Nicht nur schmücken' Beiwerk – Fürstinnen und ihre Netzwerke in der frühen Neuzeit". 
Herrschaftsausübung war in der Frühen Neuzeit Männersache. Frauen, so scheint es, spielten nur ausnahmsweise eine Rolle – etwa dort, wo auch Töchtern ein Erbfolgerecht zukam, oder als Regentinnen für ihre unmündigen Söhne. Wendet man den Blick aber ab von den Geheimen Ratskollegien, so zeigen sich auch für Fürstinnen Spielräume der Einflussnahme: über nur scheinbar private Netzwerke, als informelle Vermittlerinnen politischer Botschaften in Wort und Bild, in der Schaffung von Akzeptanz durch Korrespondenz, Buchbesitz und Porträts. 

Termin(e): 29.10.2019 ab 17:00 Uhr
Ort

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

  • Waterloostraße 8
  • 30169 Hannover