HANNOVER.DE | Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Zuletzt aktualisiert:

Wissenschaft & Wirtschaft

Paula Modersohn-Becker. Leben und Werk.

In der Vortragsreihe "Große Künstler und ihre Erkrankungen" geht es am 21. Februar in der Medizinische Hochschule um das Leben und den frühen Tod der bekannten deutschen Künstlerin.

Paula Modersohn-Becker (1876–1907) war eine der bekanntesten deutschen Künstlerinnen. Sie gilt als Vorläuferin und Wegbereiterin der modernen Malerei in Europa, die mit ihren Mutter- und Kind-Kompositionen und revolutionären Selbstakten aus den Pariser Jahren 1906/07 ihrer Zeit voraus eilte. Zu Lebzeiten erregten ihre Bilder kaum Aufsehen, erst sehr viel später wurde sie als große Wegbereiterin der Moderne gewürdigt. Die Hingabe an ihre Kunst widersprach völlig den weiblichen Verhaltensnormen ihrer Zeit; aber der »egoistische« Selbstbehauptungswille war der Schlüssel zu ihrem Charakter und zu ihrer künstlerischen Leistung.

Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag

Im November 1907 starb die erst 31-jährige Paula Modersohn-Becker nach der Geburt ihrer Tochter. Das von ihr 1906 gemalte Bild "Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag", nackt nahezu in Lebensgröße, war zu dieser Zeit ungeheuer mutig, ja eine Herausforderung: der erste Blick einer Frau auf den eigenen Körper. Ihr kurzes Leben war geprägt von zahlreichen inneren und äußeren Anfechtungen. Sie hatte es schwer, mit ihrem nicht dem Zeitgeschmack entsprechenden Stil zu bestehen, zudem als Frau und Ehefrau des zu dieser Zeit bereits sehr berühmten Malers Otto Modersohn. Die Reihe ihrer Selbstporträts lässt die Selbstzweifel, die Enttäuschungen, aber auch den Mut zu eigenen Entscheidungen erahnen.

Marina Bohlmann-Modersohn

Marina Bohlmann-Modersohn, Ehefrau eines Enkels von Otto Modersohn und Autorin von Büchern über Paula Modersohn-Becker und Otto Modersohn, beschreibt anhand von teilweise unbekanntem Quellenmaterial die Höhen und Tiefen des kurzen, aber ungeheuer intensiven Lebens der Künstlerin.

Prof. Dr. med. Peter Hillemanns

Prof. Dr. med. Peter Hillemanns beschreibt den Stand der Geburtshilfe zu Zeiten von Paula Modersohn-Becker und die Ursache für ihren frühen Tod.

Programm

Begrüßung
Prof. Dr. rer. biol. hum. Marie-Luise Dierks
Patientenuniversität der MHH

Einführung in das Programm
Prof. Dr. med. Henning Zeidler
MHH-Kunstforum e.V.

Vortrag
Paula Modersohn-Becker
Eine Biographie dokumentiert mit Briefen und Tagebuchaufzeichnungen
Marina Bohlmann-Modersohn, Autorin, Bremen

Vortrag
Paula Modersohn-Becker. Schwangerschaft und Wochenbett
Prof. Dr. med. Peter Hillemanns, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Medizinische Hochschule Hannover

Diskussion
Prof. Dr. med. Henning Zeidler
MHH-Kunstforum e.V.

Termin(e): 21.02.2019 
von 18:00 bis 19:30 Uhr
Ort

Medizinische Hochschule Hannover

  • Carl-Neuberg-Straße 1
  • 30625 Hannover
Preise:
Eintritt 8,00 €

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstaltungsort ist der im Hörsaal F in der MHH.