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Lesungen & Vorträge

Struktureller Sexismus im Literaturbetrieb?

Die Podiumsdiskussion im Rahmen der Reihe "Klartext: Feminismus" wartet am 28. Februar  im Literaturhaus Hannover mit interessanten Gästen auf.

Frau © Ute Doering

Katja Lange-Müller

Neben Hashtags wie #aufschrei und #MeToo zu sexueller Belästigung und Gewalt gibt es derzeit auch eine sensibilisierte Wahrnehmung für den "ganz normalen Alltagssexismus". So entbrannte dazu im letzten Sommer am Literaturinstitut Hildesheim ein Streit, begleitend erschienen auf merkur-zeitschrift.de etliche Erfahrungsberichte, in denen sich die Empörung über einen männlich dominierten Literaturbetrieb und Literatur-Kanon Bahn brach. Auch in Institutionen wie den Unis, die seit Jahrzehnten an Gleichstellung arbeiten, entscheiden Herkunft, Bildung und Geschlecht immer noch über Zugangschancen zu Machtpositionen. Allgemein sind Frauen in Professuren, leitenden Positionen der Buchbranche, Jurys und Feuilletons maximal zu einem Viertel vertreten.

Angeregt durch die Hildesheimer Debatte diskutieren Katja Lange-Müller (als ehemalige Studentin und spätere Dozentin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und als Autorin mit langjährigen Erfahrungen im deutschen Literaturbetrieb), Florian Kessler (als Lektor beim Hanser Verlag und ehemaliger Student in Hildesheim, der bereits 2014 die "soziale Selektionsmaschine" an deutschen Schreibschulen kritisierte) sowie die beiden Autorinnen Lena Vöcklinghaus und Shida Bazyar (die ebenfalls beide am Literaturinstitut in Hildesheim studierten und sich an der Debatte aktiv beteiligten) darüber, inwiefern Frauen im Literaturbetrieb – ähnlich wie in anderen Lebenswelten – strukturell benachteiligt werden.

Es diskutieren

Barbara Sichtermann, geb. 1943, studierte Volkswirtschaft und arbeitet seit 1978 als freie Autorin und Journalistin. Sie wurde als Fernsehkritikerin der ZEIT bekannt, schrieb dreißig Bücher - über Themen wie: Leben mit Kindern, Frauenpolitik und -bewegung, Medien, die Rebellion von 1968 - und erhielt u. a. den Jean-Améry-Preis für Essayistik. "Viel zu langsam viel erreicht" war nominiert für den NDR Kultur Sachbuchpreis 2017.

Teresa Bücker, geb. 1984, arbeitete als Ressortleiterin Community & Social Media für "der Freitag" und als Referentin für Digitale Strategie sowie für Social Media zunächst beim SPDParteivorstand, dann bei der SPD-Bundestagsfraktion. Heute ist sie Chefredakteurin bei EDITION F und schreibt als freie Autorin u.a. für FAZ und ZEIT. Sie lebt in Berlin.

Die Moderatorin

Katja Lange-Müller, geb. 1951, studierte ab 1979 am Literaturinstitut "Johannes R. Becher", dem späteren Deutschen Literaturinstitut Leipzig, wo sie ab 1999 auch als Dozentin tätig war. Sie erhielt für ihre literarischen Arbeiten seit 1986 zahlreiche Preise, u.a. den Preis der LiteraTour Nord 2008 und zuletzt den Günter-Grass-Preis 2017.

Shida Bazyar, geb. 1988, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und ist heute in Berlin als Autorin und Bildungsreferentin tätig. Für ihren Debütroman "Nachts ist es leise in Teheran" bekam sie u.a. den Uwe-Johnson-Förderpreis 2017.

Florian Kessler, geb. 1981, studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und promovierte 2011. Er schreibt u.a. für Tagesspiegel, SZ und ZEIT und arbeitet seit 2015 als Lektor für deutschsprachige Literatur im Hanser Verlag.

Lena Vöcklinghaus studierte Soziologie und Kulturphilosophie sowie von 2012 bis 2015 Literarisches Schreiben in Hildesheim. Seit 2016 promoviert sie im Forschungskolleg "Schreibszene Frankfurt" der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sie hat das Dossier "Sexismus an Hochschulen" im Blog der Zeitschrift Merkur mitkuratiert.

Termin(e): 28.02.2018 
von 19:30 bis 21:00 Uhr
Ort

Literaturhaus Hannover

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover
Preise:
Eintritt 10,00 €
Ermäßigt 6,00 €