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Lesungen & Vorträge

Tod des Feuersalamanders

Um Sintflut, Erdgeschichte und Entwicklung des Lebens bei Gottfried Wilhelm Leibniz geht es am 27. September beim Vortrag von Prof. Dr. Michael Kempe in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek.

Zeichnung eines Haifischkopf mit versteinerten Zähnen © GWLB

Haifischkopf mit versteinerten Haifischzähnen. Gottfried Wilhelm Leibniz, Protogaea, 1749

Wie alt ist unsere Erde? Auf welche Weise hat sich das Leben auf diesem Planeten entfaltet und wie wird es sich in der Zukunft weiterentwickeln? Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) gibt auf diese Fragen erstaunlich moderne Antworten und weicht damit von der zu seiner Zeit in Europa vorherrschenden christlichen Auffassung zu Schöpfung und Erdgeschichte grundlegend ab. Im Mittelpunkt von Leibniz’ Beschäftigung mit Erdgeschichte und Geologie steht dabei der Versuch einer wissenschaftlichen Deutung der von Moses beschriebenen Sintflut, woraus ebenfalls eine kritische Haltung gegenüber wörtlichen Bibelauslegungen deutlich wird. Leibniz’ Beschäftigung mit der Sintflut zeigt den Wandel theologischer Denkmuster in den Erdwissenschaften um 1700 und markiert eine wichtige Etappe in der Ideengeschichte der Evolution vor Charles Darwin. Indem der Vortrag diesen Gedankenzusammenhang ausbreitet, kommen neben bekannten Texten wie der »Protogaea« auch bislang wenig beachtete Schriften und Briefe von Leibniz zur Sprache.

Über den Vortragenden

Prof. Dr. Michael Kempe, geb. 1966, studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Konstanz und am Trinity College in Dublin. Nach Promotion und Habilitation ist er seit 2011 Leiter des Leibniz-Archivs und der Leibniz-Forschungsstelle Hannover sowie seit 2013 außerplanmäßiger Professor an der Universität Konstanz.

Termin(e): 27.09.2018 
von 17:00 bis 18:30 Uhr
Ort

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

  • Waterloostraße 8
  • 30169 Hannover