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Programm Gedenkstätte Ahlem

Vortrag von Prof. Dr. Friedrich Battenberg

Emanzipation und Assimilation der Juden in Deutschland im 19. Jahrhundert: Interessierte erhalten am 15. März einen kleinen Einblick in die Erfolge und Misserfolge der Emanzipationsentwicklung.

Portraitaufnahme eines Mannes im Anzug. Er trägt eine Brille. © Nasser Amini

Prof. Dr. Friedrich Battenberg

Seit in der Aufklärungszeit mit den programmatischen Schriften Moses Mendelssohns und des preußischen Ministers Christian Wilhelm von Dohm die Forderung nach rechtlicher und gesellschaftlicher Gleichberechtigung der Jüdinnen und Juden auf der politischen Agenda stand, wurde das Problem der Emanzipation im 19. Jahrhundert auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen heftig diskutiert. Widerstand und Skepsis bei den eher traditionsorientierten Jüdinnen und Juden auf der einen Seite standen der Hoffnung und Begeisterung über den bevorstehenden "Eintritt ins Bürgertum" bei aufgeklärt-liberalen Kreisen auf der anderen Seite gegenüber. Wohlwollen und Widerstand wechselten sich auf nichtjüdischer Seite ab. Die Erfolge der Emanzipationsentwicklung führten nicht selten zu früh-antisemitischen Gegenbewegungen, aus denen schließlich auch der Moderne Antisemitismus erwuchs.

Erfolge und Misserfolge der Emanzipationsentwicklung

Prof. Friedrich Battenberg, der sich in seinen rechts- und sozialhistorisch angelegten Forschungsbeiträgen seit vielen Jahren mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat, wird in seinem Referat einen kleinen Einblick in die Erfolge und Misserfolge der Emanzipationsentwicklung bieten. Anhand von historischen Quellen wird er den Ursachen nachgehen, an denen eine Akkulturation bzw. Integration der Jüdinnen und Juden in die mehrheitlich christlich orientierte Bürgerliche Gesellschaft nicht wirklich gelang. Es wird von erfüllten Hoffnungen ebenso wie von enttäuschten Erwartungen die Rede sein. Wer die Entwicklung des Antisemitismus vom Nationalsozialismus bis hin zur Gegenwart verstehen will, wird in der Emanzipationsentwicklungen des "langen" 19. Jahrhunderts einige Hinweise darauf finden, wie sich die spätere Entwicklung erklären lässt.

Friedrich Battenberg

ist außerplanmäßiger Professor im Ruhestand am Institut für Geschichte der Technischen Universität Darmstadt. Er leitete das Hessische Staatsarchiv Darmstadt von 1997 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2011. Veröffentlichung u. a.: "Die Juden in Deutschland vom 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts", 2001.

Weitere Veranstaltungen

Termin(e): 15.03.2018 ab 19:00 Uhr
Ort

Haus der Region Hannover, Raum N001

  • Hildesheimer Straße 18
  • 30169 Hannover

Veranstalter: Region Hannover, Gedenkstätte Ahlem