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Assaf Levitin u. Na’aman Wagner

© Prof. Dr. Sarah Ross

City of Music

We Will Live After Babylon

Abschlusskonzert der internationalen wissenschaftlichen Tagung „We Will Live After Babylon" am 27. Februar im Kulturzentrum Pavillion.

Juden und Armenier waren nicht nur jahrhundertelang zur Staatenlosigkeit und einem Leben außerhalb der Heimat gezwungen, sondern teilen ein weiteres Schicksal: Im 20. Jahrhundert drohte ihnen im Schatten zweier Weltkriege die kollektive Vernichtung. Das Europäische Zentrum für Jüdische Musik und die Deutsch-Armenische Gesellschaft nehmen diese Konvergenz zum Ausgangspunkt für eine gemeinsame internationale Tagung, die mit wissenschaftlichen Vorträgen und einem kulturellen Beiprogramm die jüdische und armenische Existenzerfahrung in den Blick nimmt.

Tagung:

Im Rahmen der internationalen wissenschaftlichen Tagung „We Will Live After Babylon. Armenische und jüdische Existenzerfahrung zwischen Vertreibung, Exil und Vernichtung“ referieren namhafte Referent*innen aus verschiedensten Disziplinen wie Jüdische und Armenische Studien, Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft und Kulturwissenschaft. Die Themen der Tagung – Diaspora, Minderheitenproblematik, die Völkermorde, ihre Erinnerung und Rezeption sowie das Verhältnis zwischen Juden und Armeniern heute – bilden die gemeinsame Dimension der armenischen und der jüdischen Kondition ab. Den Auftakt zur Tagung unternimmt der Historiker Prof. Dr. Dr. h. c. Dan Diner (ehemaliger Direktor des Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon-Dubnow) mit der Keynote Lecture „Imperiale Residuen – Über Minderheit, Nationalstaat und Genozid“.

Rahmenprogramm:

Eingerahmt wird die wissenschaftliche Tagung von einem kulturellen Beiprogramm, bestehend aus Dokumentarfilmen mit Einführung, Workshops, welche sich vor allem an Lehrer*innen und Schulklassen richten, einer Theateraufführung und einem Konzert. Mit diesem Programm wollen die Veranstalter der Tagung vor allem eine breitere Öffentlichkeit mit der Thematik vertraut machen. So führt am Abend des 26. Februar 2019 (um 19:30 Uhr im Kulturzentrum Pavillon, Hannover) das Hannoveraner Ensemble ZAKHOR unter der Leitung von Stefan Habel Edgar Hilsenraths „Das Märchen vom letzten Gedanken“ (Bühnenfassung) auf.

Der wissenschaftliche Teil der Konferenz schließt am 27. Febr. 2019 von 16:30 bis 18:00 mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion, in deren Rahmen bekannte Vertreter*innen aus Wissenschaft und Politik, nämlich Prof. Dr. Micha Brumlik (Erziehungswissenschaftler und Publizist), Prof. Dr. Julius Schoeps (Historiker und Politikwissenschaftler), Dr. h. c. Herbert Schmalstieg (Oberbürgermeister der Stadt Hannover a. D.) und Ulla Jelpke MdB (Innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag und Obfrau für die Linksfraktion im Innenausschuss) unter der Leitung von Dr. Raffi Kantian (Vorsitzender der DAG) über die in Deutschland sehr unterschiedliche Erinnerungspolitik im Umgang mit dem Holocaust und dem Völkermord an den Armeniern diskutieren.

Konzert:

Im Rahmen des Abschlusskonzerts präsentieren der jüdische Kantor Assaf Levitin und der Pianist Na’aman Wagner, der Dirigent und Musiker Saul Zaks mit dem Ensemble Kramim, die Band Individual aus Armenien sowie der Liedermacher Stepan Gantralyan und der Gitarrist und Sänger Emil Georgiev unter dem Titel „Wir standen nicht klagend an den Flüssen Babylons“ Lieder aus der Heimat und dem Exil.

Termin(e): 27.02.2019 
von 20:00 bis 23:00 Uhr
Ort

Kulturzentrum Pavillon

  • Lister Meile 4
  • 30161 Hannover
Preise:

Konzertkarten und mehr Informationen zum Tagungsprogramm finden sie an der Kasse des Kulturzentrum Pavillion Hannover und unter www.pavillon-hannover.de Die Teilnahme an der Tagung ist kostenpflichtig!

Ein Saal mit Kunst und Menschen. © Thomas Langreder