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Fachkräftebedarf

Wenn der Arbeitgeber in die Bewerberrolle schlüpft

Das Hannoversche Unternehmen Hornetsecurity sucht 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einen Schlag. Gemessen an der Unternehmensgröße ist das eine ganze Menge: Derzeit arbeiten fast 100 Angestellte bei dem IT-Dienstleister.

Doch die Suche nach Fachkräften ist eine Herausforderung, besonders da Outsourcing für das Unternehmen nicht infrage kommt.

Umsatzwachstum führt zu Fachkräftebedarf

Mit 20 bis 30 Prozent hatte Hornetsecurity in den letzten Jahren ansehnliche Wachstumsraten. In den letzten zwölf Monaten konnte der Cloud-Security-Anbieter mit Fokus auf Mail- und Websecurity diese Zahlen allerdings noch einmal deutlich übertreffen: Über 50 Prozent betrug das Umsatzwachstum und sicherte sich einen Platz unter den derzeit 50 schnellst wachsenden Technologieunternehmen in Deutschland. "Dementsprechend brauchen wir Fachkräfte. Wir wollen über 50 Leute einstellen", erklärt Geschäftsführer Daniel Hofmann die Situation. Die Grundlage für das Wachstum schufen Beteiligungsmittel in hoher sechsstelliger Summe, die mithilfe der Wirtschaftsförderungsgesellschaft hannoverimpuls akquiriert werden konnten. "Uns war schon vor vielen Jahren klar, dass Cloud Security eines Tages durch die Decke gehen und der Markt stark wachsen würde. Aber die letzten zwölf Monate haben uns dann doch etwas überrascht", sagt Hofmann.

Eine Überraschung mit zwei Seiten. Denn das Wachstum braucht Fachkräfte, um bewältigt zu werden. "Wir würden unsere Suche aber äußerst ungern ins Ausland verlagern, uns wäre Hannover sehr viel lieber", so Hofmann. Diese Zwickmühle ist Sinnbild des Fachkräftemangels, der die gesamte Branche beschäftigt. "Dennoch würde ich sagen, dass Hannover sogar ein relativ starker Standort ist mit der Nähe zu den Hochschulen vor Ort. Insgesamt haben wir bundesweit aber zu wenig Absolventen im IT-Bereich, wovon auch wir in Hannover nicht befreit sind", erklärt der Experte das Problem. Zudem sucht das Unternehmen Fachkräfte, die Erfahrung mit Systemen auf Linux-Basis haben. Die seien noch mal ein bisschen seltener.

Mittelfristige Kernaufgabe: Attraktivität des Unternehmens

Hornetsecurity hat erkannt, dass die Attraktivität des Unternehmens für potenzielle Mitarbeiter zu steigern, mittelfristig eine der Kernaufgaben ist. "Als Arbeitgeber muss man sich heute mehr Mühe geben, sich richtig präsentieren. Die Frage, ob ich dem Bewerber im Gespräch sympathisch bin, ist fast schon wichtiger als umgekehrt", resümiert er seine Erfahrungen. Auftritte auf Messen, Modernisierung der Außendarstellung, aktive Suche auf Plattformen wie Xing, Angebote wie Home-Office, Tischfußball und freie Arbeitszeiten: Geradezu alle Akquise-Wege und modernen Tools zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit gehören zum Repertoire.

Aber was passiert, wenn das gesuchte Personal nicht gefunden wird? "Dann wachsen wir leider langsamer", erklärt der Geschäftsführer. Damit wäre er allerdings nicht sehr glücklich: "Ein Wachstum von 50 Prozent ist hervorragend, aber es ginge ja auch noch mehr." In den nächsten vier Jahren will das Unternehmen auf über 20 Millionen Euro Umsatz klettern, das entspricht einem Wachstum von 40 Prozent pro Jahr. Die Mitarbeiterzahl soll dann bei etwa 160 bis 180 liegen – momentan sind es rund 100. Am liebsten wäre es Hofmann, wenn diese von Hannover aus arbeiten.

Fachkräfteallianz

Über das betriebswirtschaftliche und personelle Wachstum freut sich auch Dr. Adolf M. Kopp, Geschäftsführer von hannoverimpuls. "Die Hornetsecurity GmbH hat sich 2007 in Hannover gegründet und konnte mit dem Gründungs- und Ansiedlungswettbewerb Plug & Work langfristig vom Standort überzeugt werden. Das Potenzial des Unternehmens war damals schon erkennbar, weshalb wir mit unseren Fonds in das Unternehmen investiert haben. Beim Thema Fachkräfte kooperieren wir mit der Region Hannover im Rahmen der Fachkräfteallianz. Ziel ist es, hiesige Unternehmen bei der Bindung und Neugewinnung von Fachkräften zu unterstützen."