HANNOVER.DE | Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

April 2019
4.2019
M D M D F S S
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Zahlen und Fakten

Mehr als 45.000 Studierende lernen derzeit an Hannovers Hochschulen.

Zuletzt aktualisiert:

Leibniz Universität

Förderung für Gartenbau

Das Verbundprojekt BonaRes-ORDIAmur zur Nachbaukrankheit im Apfelanbau, das vom Institut für Gartenbauliche Produktionssysteme der Leibniz Universität koordiniert wird, erhält eine Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Freigelegte Wurzeln eines kleinen Bäumchen. © Felix Mahnkopp-Dirks

Wurzeln von Pflanzen in nachbaukrankem Boden und rechts in desinfiziertem nachbaukranken Boden nach achtwöchiger Kultur.

Großer Erfolg für den Gartenbau an der Leibniz Universität: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Verbundprojekt BonaRes verlängert und fördert es mit insgesamt knapp 4 Millionen Euro. 1,25 Millionen Euro entfallen dabei auf das Vorhaben ORDIAmur, das von Prof. Traud Winkelmann, Institut für Gartenbauliche Produktionssysteme der Leibniz Universität Hannover koordiniert wird. Die Forschungsarbeiten werden seit dem 1. November 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 gefördert. Die zweite dreijährige Projektphase beginnt am 1. Januar.

Verbundprojekt BonaRes-ORDIAmur

Im Verbundprojekt BonaRes-ORDIAmur arbeiten Boden- und Pflanzenwissenschaftler, Mikrobiologen und Ökonomen aus elf deutschen Forschungseinrichtungen an der Aufklärung der Ursachen der Nachbaukrankheit im Apfelanbau. Die Nachbaukrankheit beim Apfel tritt auf, wenn Apfelpflanzen in einem Boden kultiviert werden, in dem zuvor bereits Apfelpflanzen gewachsen sind. Sie äußert sich in dramatisch reduziertem Wachstum, massiven Wurzelschäden und Einbußen im Ertrag – und zwar sowohl hinsichtlich der Qualität als auch der Menge der Früchte. Die Abkürzung ORDIAmur (lat. für „lasst uns anfangen“) steht für Overcoming Replant Disease by an Integrated Approach, zu Deutsch: Integrierter Ansatz zur Überwindung der Nachbaukrankheit. Ziel ist es, aus dem Verständnis der Entstehung dieser Krankheit Maßnahmen zu deren Überwindung abzuleiten.

Erste Projektphase

In der ersten Projektphase wurden zum einen Flächen für Zentralexperimente identifiziert und charakterisiert, die nachbaukranke Böden und gesunde Kontrollböden mit dokumentierter Kulturhistorie für die Partner bereitstellen. Auf allen Bodenarten entwickelt sich die Nachbaukrankheit, leichte Böden sind dabei am stärksten betroffen. Interessant ist die Erkenntnis, dass es kleinteilige Unterschiede in der Schwere der Krankheit gibt, und dass die Anbauer derzeit noch keine Möglichkeit der Diagnose der Krankheit haben. In den Apfelwurzeln wurden mit der Nachbaukrankheit assoziierte Pflanzeninhaltsstoffe und auch auf zellulärer Ebene frühe mikroskopische Marker identifiziert. Außerdem konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass die Apfelpflanze in nachbaukrankem Boden eine außerordentliche Stressreaktion ausprägt. Die Gemeinschaften der Bodenlebewesen in nachbaukranken Böden wurden beschrieben und es wurde gezeigt, dass die Krankheit sehr lokal und immobil ist.

Zweite Projektphase

Phase II dient weiteren Forschungsarbeiten zu den Ursachen, es sollen jedoch auch zentrale Experimente zur Überwindung der Nachbaukrankheit durchgeführt werden. Damit soll gewährleistet werden, dass möglichst bald Empfehlungen für Obstbau und Baumschulwirtschaft ausgesprochen werden können. Wichtiges Ziel von ORDIAmur, ebenso wie aller BonaRes-Projekte ist es, das Ökosystem Boden besser zu verstehen. Schließlich erbringen Böden vielfältige Leistungen, die weit über den landwirtschaftlichen oder gartenbaulichen Nutzen hinausgehen, wie etwa das Speichern von Wasser und Kohlenstoff sowie den Erhalt der biologischen Artenvielfalt.

Partner

Neben der Leibniz Universität sind noch weitere Partner beteiligt: das Helmholtz-Zentrum München GmbH, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die Technische Universität Braunschweig, das Julius Kühn-Institut, die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein mit dem Gartenbauzentrum Schleswig-Holstein, die Universität Bayreuth, das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rhein-Pfalz, der Obstbauversuchsring Jork, das Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau  und die Technische Universität Dortmund.

(Veröffentlicht: 20. Dezember 2018)