HANNOVER.DE | Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

Dezember 2018
12.2018
M D M D F S S
26 27 28 29 30 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31 1 2 3 4 5 6
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Zahlen und Fakten

Mehr als 45.000 Studierende lernen derzeit an Hannovers Hochschulen.

Zuletzt aktualisiert:

Exzellenzstrategie bestätigt

Hannoversche Hochschulen erfolgreich bei Exzellenzclustern

Die gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern hat vier Hochschul-Exzellenzcluster aus Hannover ausgewählt. Als nächstes wollen Medizinische Hochschule und Leibniz Universität einen gemeinsamen Antrag auf Förderung als Exzellenzverbund stellen.

Mann sitzt auf einem Stuhl vor einer großen Vorrichtung © Initiative Wissenschaft Hannover

Exellenzcluster Hearing4all

Oberbürgermeister Stefan Schostok beglückwünscht die Leibniz Universität Hannover (LUH) und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) sowie alle beteiligten Forschungsteams der ausgewählten Cluster zu diesem hervorragenden Ergebnis und zu der großartigen wissenschaftlichen Leistung.

Bedeutender Tag für den Wissenschaftsstandort Hannover

Schostok sagt: "Das ist ein bedeutender Tag für den Wissenschaftsstandort Hannover. Langjährige exzellente und interdisziplinäre Forschungsarbeiten wurden mit der zukunftsweisenden Förderung belohnt. Der Erfolg bei der Exzellenzinitiative schafft und sichert auch weiterhin viele hochqualifizierte Arbeitsplätze in Hannover. Diese Spitzenforschung ist Ausdruck für die Innovationskraft des Standortes Hannover und rückt Zukunftsthemen in den Fokus, denen wir uns stellen müssen. Gleichzeitig ist dies auch ein wichtiges Signal an internationale NachwuchsforscherInnen, und es zeigt das innovative Potential, das in unserem Hochschulstandort steckt."

Drei und zehn Millionen Euro Förderung pro Jahr.

Die bestätigten Projekte werden mit Beginn am 1. Januar 2019 über sieben Jahre gefördert. Die Exzellenzcluster erhalten zwischen drei und zehn Millionen Euro Förderung pro Jahr. Drei Viertel der Mittel stellt der Bund, ein Viertel die Länder, in denen die Cluster angesiedelt sind. 88 Anträge von Universitäten hatten es in die Endrunde geschafft. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat führen gemeinsam das Programm Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder in den zwei Förderlinien Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten durch.

Antrag auf Förderung als Exzellenzverbund

Nun können Leibniz Universität Hannover und die Medizinische Hochschule Hannover einen gemeinsamen Antrag auf Förderung als Exzellenzverbund bis zum 10. Dezember stellen. Voraussetzung dafür war die Bewilligung von insgesamt mindestens drei Exzellenzclustern an den beteiligten Hochschulen. Diese Hürde ist mit der Entscheidung der Expertenkommission am 28. September übertroffen worden. Die Entscheidung über die Förderlinie Exzellenzuniversität wird am 19. Juli 2019 fallen.

Unterstützung im Rahmen der Initiative Wissenschaft Hannover

"Wir werden diese Chance nutzen. Ein ganzer Standort steht hinter der damit möglich gewordenen weiteren Bewerbung zur Exzellenzuniversität. Wir werden als Landeshauptstadt und im Rahmen der Initiative Wissenschaft Hannover die nächste Bewerbungsrunde intensiv begleiten und unterstützen", betont Stefan Schostok.

Geförderte Exzellenzcluster

Im Einzelnen werden je zwei Exzellenzcluster der Medizinischen Hochschule Hannover und der Leibniz Universität Hannover gefördert. An den Forschungsvorhaben sind mit dem TWINCORE-Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung Hannover, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, dem Laser Zentrum Hannover e.V. und dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) auch weitere Forschungseinrichtungen und Hochschulen aus Hannover beteiligt. Folgende Exzellencluster werden gefördert:

Exzellenzcluster Hearing4all

Die Hörforscher aus dem seit 2012 im Rahmen der Exzellenzinitiative geförderten Exzellenzcluster Hearing4all der MHH, der Universität Oldenburg und der Leibniz Universität Hannover freuen sich über die Fortsetzung ihres Clusters. Zukünftig wollen die Hörforscher aus Hannover und Oldenburg ihre Arbeiten in vier Forschungsbereiche bündeln, die einerseits die Entwicklungskette von der Grundlagenforschung zur Hörtechnologie und andererseits den Grad der Schwerhörigkeit abbilden.

An dem aktuell geplanten Vorhaben sind 25 Neurowissenschaftler, Mediziner, Psychologen, Linguisten, Physiker und Ingenieure der MHH sowie der Universitäten Oldenburg und Hannover beteiligt. Zudem sind die Jade Hochschule, die HörTech gGmbH, die Hörzentren in Oldenburg und Hannover, die Fraunhofer Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie und das Fraunhofer ITEM Projektpartner. Hearing4all gehört zu den weltweit führenden Zentren in Medizintechnik, Hörforschung, Audiologie, medizinischer Diagnostik und Therapie. In jedem Cochlea-Implantat weltweit steckt ein Stück Forschung aus Hannover.

Exzellenzcluster RESIST zur Infektionsforschung

Die MHH ist auch mit dem neuen Vorhaben RESIST erfolgreich. Dieses Programm hat das Ziel, die individuelle Anfälligkeit gegenüber Infektionen besser zu verstehen, um auf dieser Basis „maßgeschneidert“ Infektionen vermeiden, diagnostizieren und therapieren zu können. Zu diesem regionalen Verbund gehören außer der MHH das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig, das TWINCORE-Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung Hannover, die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sowie das "Centre for Structural Systems Biology" in Hamburg.

QuantumFrontiers

Licht und Materie an der Quantengrenze: Die Wissenschaftler des Forschungsverbundes befassen sich mit neuen Messtechnologien auf Nanoebene. Physikalische Grundeinheiten wie Masse, Länge und Zeit sollen in diesem äußerst kleinen Maßstab präziser werden. Dabei werden Effekte der Quantenmechanik gezielt genutzt, um Messgenauigkeiten zu verbessern. Hierbei arbeiten Experten aus verschiedensten Bereichen der Physik, der Astronomie, der Geodäsie und Geoinformatik, der Halbleiterforschung, der Schaltungen und integrierten Systeme zusammen.

Diese Grundlagenforschung soll die Basis für viele verschiedene Innovationen liefern, beispielsweise für verbesserte Erdbeobachtung und Navigation. Auch neue Materialentwicklungen auf Nanoebene sollen damit möglich werden, genauso wie Fortschritte in der Halbleitertechnik, die zentraler Bestandteil fast aller elektronischer Geräte sind. An QuantumFrontiers sind neben der Leibniz Universität Hannover die TU Braunschweig, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig, das Laser Zentrum Hannover e.V., das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) in Bremen sowie das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Hannover beteiligt.

Phoenix-D

Optische Präzisionsgeräte schnell und kostengünstig aus additiver Fertigung wie 3D-Druck: Was wie eine Vision klingt, ist das Ziel des Forschungsverbundes Phoenix-D ("Photonics, Optics, and Engineering- Innovation Across Disciplines"). Wissenschaftler aus dem Maschinenbau, der Physik, der Elektrotechnik, Informatik und Chemie arbeiten gemeinsam an der Simulation, Fabrikation und Anwendung optischer Systeme. Bislang werden optische Linsen aus Glas und das umgebende Gehäuse in mehreren Arbeitsschritten - oftmals in Handarbeit - hergestellt. Die Fachleute der unterschiedlichen Disziplinen arbeiten in dem Forschungsverbund an einem digitalisierten Fertigungssystem, das individualisierte Produkte herstellen kann.

Das System eröffnet in der Anwendung weitreichende Möglichkeiten. In der Landwirtschaft etwa könnte der Einsatz von Chemie gegen Unkraut auf dem Acker minimiert werden. Durch die Präzisionsoptik kann ein Sensor die Pflanzen registrieren und Unkraut erkennen, das dann gezielt mit einem Laser zerstört werden kann. Für diese Anwendung sind optische Bauteile in der Herstellung bisher zu teuer. Auch individualisierte Optik für den medizinischen Bereich ist eine Anwendungsmöglichkeit. Zum Beispiel wird eine schnellere Blutanalyse zur Diagnostik von Krankheiten möglich. Die Phoenix-D-Initiative wurde vom Hannoverschen Zentrum für Optische Technologien (HOT) gestartet. Neben der Leibniz Universität Hannover sind die TU Braunschweig, das Laserzentrum Hannover und das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) Hannover beteiligt.