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Wissenschaft & Wirtschaft

Internationale Marlene-Streeruwitz-Tagung

Im Mittelpunkt der Tagung vom 26. bis 28. März steht die Frage, welche Gegenkonstruktionen zur Welt, wie sie ist, die Prosatexte, Essays, Dramen, Vorlesungen, Hörstücke und crossmedialen Projekte einer der streitbarsten politischen Autoren der Gegenwart anbieten.

Die österreichische Autorin Marlene Streeruwitz versteht Literatur nicht als Nachahmung, Abbild oder Rekonstruktion, sondern als "Modell der Welt in Sprache". Literatur beschreibt nicht die Welt, vielmehr ist Literatur die Welt. Sie ist Gegenentwurf, Weiterschreibung und damit Neukonstruktion von Realitäten, als ihre Möglichkeitsdimension. Die Texte von Marlene Streeruwitz konstruieren jedoch keine ganze Welt, sondern unabgeschlossene und gebrochene Lebensmodelle, ‐entwürfe und ‐versuche.

Marlene Streeruwitz’ Texte reflektieren ihre eigene Gemachtheit und ihre Verquickung mit gesellschaftlichen Strukturen. Sie sind metareflexiv und stellen die Grenzen zwischen Politik und Literatur infrage. Ausgehend von Österreich verhandelt die Autorin, die für ein demokratisches Lesen bzw. eine politische Selbstermächtigung der Lesenden durch Literatur einsteht, Fragestellungen und Probleme der neueren Geschichte, der gegenwärtigen Politik sowie der zeitgenössischen Literatur und Kultur. Streeruwitz analysiert in ihren politischen Essays, aber auch in ihren Prosatexten und Dramen aktuelle nationalistische Tendenzen in Europa und den USA, indem sie rassistische, frauenfeindliche und homophobe (Sprach‐)Strukturen offenlegt.

Ziel der Tagung ist es, das Verhältnis von Literatur und Welt, das in den (Medien-)Texten aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick genommenen wird, in seinen ästhetischen, kultur- und gesellschaftskritischen Implikationen zu bestimmen.

Tagungsprogramm

Donnerstag, 26. März 2020

  • 12:30 Uhr Anreise und Begrüßung
  • 13:00 Uhr Mandy Dröscher-Teille und Birgit Nübel (Hannover) Einführung
  • 13:30 Uhr Konstanze Fliedl (Wien) Rätsel und Mythos. Zu strukturellen Verfahren in New York. New York. (1991)
  • 14:30 Uhr Urte Helduser (Köln) Streeruwitz’ dramat(urg)ische Topographien
  • 15:30 Uhr Kaffeepause
  • 16:00 Uhr Hildegard Kernmayer (Graz) "Das Wundersame in der Unwirtlichkeit" oder zur Subversion des Faktischen. Marlene Streeruwitz’ "Texte. Aller Art" diesseits der Flammenwand. (2019) gelesen
  • 17:00 Uhr Martin Roussel (Köln) "wo ich ein bleiben/find". Zum lyrischen Moment bei Marlene Streeruwitz
  • 18:00 Uhr Daniela Strigl (Wien) "Leuchtend aus dem Bauch in die Kehle gekippt." Utopien des Glücks in einer Ästhetik des Negativen
  • 19:00 Uhr Empfang mit kleinem Buffet

Freitag, 27. März 2020

  • 9:00 Uhr Alexandra Pontzen (Duisburg-Essen) Pathos – Protest – Penetranz: Marlene Streeruwitz’ Werk als transmedia storytelling
  • 10:00 Uhr Inge Arteel (Brüssel) Pièta oder bildende Kunst des Mit-Leidens: Die Schmerzmacherin. (2011) als bildpolitischer Kommentar zur Ikonographie der rührseligen Anteilnahme und der Mater Dolorosa
  • 11:00 Uhr Kaffeepause
  • 11:30 Uhr Christiane Solte-Gresser (Saarbrücken) Zum Schreiben von Marlene Streeruwitz aus erfahrungs- und wissenspoetischer Perspektive
  • 12:30 Uhr gemeinsames Mittagessen
  • 14:30 Uhr Markus Hallensleben (Vancouver) "Warum laufen wir immer den gleichen Bildern hinterher?" Körper. Bilder. Schrift. Collage bei Marlene Streeruwitz
  • 15:30 Uhr Markus Reitzenstein (Gießen) "Im Kopf. Keine Gefühle. Und nichts im Körper": Die gebrochene Sprache der Erinnerung in Partygirl. (2002)
  • 16:30 Uhr Kaffeepause
  • 17:00 Uhr Mandy Dröscher-Teille (Hannover) "Politik in Romanen verhandeln": Politische Autorschaft zwischen Gender-Crossing, Autorfiktion und poetologischer Selbstkommentierung
  • 19:30 Uhr Marlene Streeruwitz liest aus ihrem Roman "Flammenwand". (2019), Gespräch und Diskussion
  • 21:00 Uhr Kleiner Empfang mit Getränken

Samstag, 28. März 2020

  • 9:00 Uhr Britta Kallin (Atlanta) Feministische Perspektiven und Autorschaft in Streeruwitz’ "Das wird mir alles nicht passieren… Wie bleibe ich FeministIn". (2010) und "Frag Marlene. Feministische Gebrauchsanleitungen". (2018)
  • 10:00 Uhr Nele Hempel-Lamer (Long Beach) Das "literarische Forschungsprojekt des Ich" – eine Begegnung mit Marlene Streeruwitz zwischen ‚life writing‘ und Positionalität
  • 11:00 Uhr Kaffeepause
  • 11:30 Uhr Annette Keck (München) Nachkommen. (2014) – Zur prekären Inszenierung weiblicher Autorschaft zwischen Genealogie und Projekt
  • 12:30 Uhr Marion Schmaus (Marburg) Autofiktion und Interaktivität. Marlene Streeruwitz’ mediale Autorschaftsstrategien: Blog, Video, Netzliteratur
  • 13:30 Uhr Marlene Streeruwitz (Wien) Indikativ. Konjunktiv. Imperativ.
  • 14:30 Uhr Abschlussdiskussion

Eine Kooperation mit der Leibniz Univesität Hannover.

Termin(e): 26.03.2020 
von 12:30 bis 19:00 Uhr
27.03.2020 
von 09:00 bis 18:00 Uhr
28.03.2020 
von 09:00 bis 16:00 Uhr
Ort

Literaturhaus Hannover

  • Sophienstraße 2
  • 30159 Hannover

Die Teilnahme an der Tagung (auch an den einzelnen Vorträgen) ist kostenfrei und ohne Voranmeldung möglich.