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Verborgenes sichtbar machen

Dr. med. Cornelius Renz durchleuchtet am 7. Mai im Museum für Energiegeschichte(n) in seinem Vortrag die Geschichte der Röntgentechnik von der ersten Aufnahme Wilhelm Conrad Röntgens in Jahr 1895, die ersten Computertomographen bis hin zur heutigen Hochleistungsradiologie.

Die Röntgentechnik ist heute aus dem täglichen medizinischen Leben – aber selbstverständlich auch auf technisch-naturwissenschaftlichem Gebiet oder auch im Bereich der Flug- und Schiffssicherheit nicht mehr wegzudenken.

Seit der Entdeckung dieser Technik sind bahnbrechende Fortschritte zu verzeichnen. Exemplarisch seinen hier die 1913 entwickelte Coolidge-Röhre und die digitale Radiographie genannt. Zwischen diesen beiden enormen Schritten gab es diverse – für ihre Zeit ebenfalls rasante Entwicklungen. Als Werner Forßmann im Jahr 1929 erstmals im Selbstversuch die Katheterisierung des Herzens durchführte, konnte kaum vorausgesehen werden, dass dies zu einer Revolution der Diagnostik und Therapie der Herzerkrankungen führen würde. Auch der zu damaligen Zeit größte Chirurg, Ferdinand Sauerbruch, hat offenbar die Bedeutung Forßmanns Entwicklung nicht abgesehen. Dessen Ersuchen zur Habilitation auf dem Gebiet der Herzangiographie wurde von Sauerbruch mit den Worten abgelehnt: „Mit solchen Kunststücken habilitiert man sich in einem Zirkus und nicht in einer anständigen deutschen Klinik“. Direkt verbunden ist die Herzkatheteruntersuchung mit anderen Angiographie-Verfahren. Sie ist im Grunde genommen nichts anderes. Heute ist sie das etablierte Standard-Verfahren zum Beispiel zur Therapie des akuten Herzinfarktes. Jedoch wäre alles das ohne moderne Systeme zur elektronischen Bildakquirierung und Speicherung nicht möglich.

Der wahrscheinlich bedeutendste Meilenstein der Röntgentechnik ist sicherlich bis heute die Entwicklung der Computertomographie durch Godfrey Hounsfield und Allan McLeod Cormack. Seit ihrer Einführung in die Klinik 1971 fand auch auf diesem Gebiet eine stürmische Entwicklung statt. Auch hier ist – selbstverständlich auch durch die stetigen Fortschritte in der Computertechnik – kein Ende des Fortschritts abzusehen. Dauerte beim ersten Prototyp die Akquirierung einer einzelnen Schicht noch mehrere Stunden und die Berechnung mehrere Tage, so benötigt heute eine Ganzkörper-Computertomographie nur noch wenige Minuten. Hauptverantwortlich dafür sind die Etablierung der Schleifringtechnologie sowie die Einführung der Mehrzeilen-Computertomographie und des Spiral CTs.

Als eine der kuriosesten Entwicklungen der Röntgen-Technologie sei hier das sogenannte Pedoskop genannt. Ein Gerät, mit dessen Hilfe die Passung von Schuhen überprüft werden konnte. Diese Geräte, waren bis in den 1960er Jahren des vorigen Jahrhunderts in jedem „guten Schuhgeschäft“ zu finden. An Strahlenschutz dachte damals niemand und auch die Tatsache, dass bei diesen Geräten eine hohen Menge an weicher Strahlung emittiert wird – welche sich aus dem einfachen Konstruktionsprinzip ergab – führte zu einer exorbitanten Strahlenbelastung.Diesem Treiben hat die (früher Röntgenverordnung) genannte Strahlenschutzverordnung Einhalt geboten. „“Nicht gerechtfertigt ist die […] Anwendung von Röntgenstrahlen am Menschen zur Überprüfung der Passfähigkeit von Kleidungsstücken und Schuhen,..“. Das mag durchaus auch sinnvoll anmuten, schließlich sollte nicht unbedingt ein Schuhverkäufer über die Notwendigkeit einer Röntgenaufnahme entscheiden. Schlimmer noch war der Missbrauch der Röntgentechnik im 3. Reich, wo Röntgenstrahlung im Rahmen des „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zur Zwangssterilisation eingesetzt wurden.

Cornelius Renz ist promovierter Mediziner und diplomierter Ingenieur, Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und Plastische Operationen sowie Facharzt für Anästhesiologie. Seine Fachgebiete ist sind Schmerztherapie, Intensiv-, Notfall-, Sucht- und Palliativmedizin.

Anmeldung

Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten: Tel. 0511/89 74 74 90 – 0 oder per Mail an museum@energiegeschichte.de.

Termin(e): 07.05.2020 ab 18:00 Uhr
Ort

Museum für Energiegeschichte(n)

  • Humboldtstraße 32
  • 30169 Hannover