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Veranstalter

Die HANNAH ARENDT TAGE sind eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Hannover (Büro Oberbürgermeister, Wissenschaftsstadt Hannover) in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover (Institut für Politikwissenschaft) und der VolkswagenStiftung.

Landeshauptstadt Hannover

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Leibniz Universität Hannover

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VolkswagenStiftung

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Partner 2020

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"Fragil? Stabil?"

HANNAH ARENDT TAGE – die Lage der Demokratie im Jahr 2020

Das Thema der HANNAH ARENDT TAGE 2020 ist zurzeit aktueller denn je. Vom 6. bis zum 10. Oktober stellen die Macher*innen der Veranstaltungsreihe unter anderem folgende Fragen zur Diskussion: "Wie fragil ist unsere Demokratie, und was braucht es, um ihre Stabilität zu stärken?" oder "Wie können wir die Anziehungskraft des Populismus brechen und dieser Ideologie eine plurale, demokratische Zukunftsvision entgegensetzen?" Im Rahmen eines Pressegesprächs im Ballhof Eins stellte Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay das vielfältige Programm vor und betonte, worum es in den HANNAH ARENDT TAGEN geht: "Populismus, Nationalismus und Rassismus - unsere Demokratie ist zurzeit vielen Bedrohungen ausgesetzt. Sie ist zerbrechlich, wenn wir uns nicht unermüdlich und solidarisch für sie einsetzen."

Drei Personen auf einer Bühne. © LHH

Stellten das Programm der HANNAH ARENDT TAGE 2020 vor: Dr. Thomas Brunotte (VolkswagenStiftung, Mitglied im Kuratorium der HANNAH ARENDT TAGE), Oberbürgermeister und Kuratoriums-Vorsitzender Belit Onay und PD Dr. Franziska Martinsen (Leibniz Universität Hannover, Mitglied im Kuratorium der HANNAH ARENDT TAGE). 

Der Ort für das Pressegespräch wurde nicht umsonst gewählt: Am 3. Oktober, am Tag der Deutschen Einheit, feiert dort die musikalische Inszenierung "Grundgesetz – In Concert" ihre Premiere. Die Regisseurin Friederike Schubert erforscht gemeinsam mit Schaupieler*innen und einer Liveband die Bedeutung dieses grundlegenden Textes, der im vergangenen Jahr 70 Jahre alt geworden ist und den kaum jemand komplett gelesen hat. Aus diesem Grund ist das Theaterstück "Grundgesetz – In Concert" eine wunderbare Bereicherung der diesjährigen HANNAH ARENDT TAGE. Ist doch das Grundgesetz das Fundament für unsere Gemeinschaft, für unsere Demokratie.

Schauspiel Hannover geht dem Grundgesetz künstlerisch auf den Grund

Unsere Grundrechte wie die Unantastbarkeit der Menschenwürde, die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die Gleichheit, Glaubens-­ und Meinungsfreiheit sind für uns heute selbstverständlich. Aber diese Selbstverständlichkeit muss neuen Auslegungen und Angriffen standhalten. Grund genug für Sonja Anders, Intendantin am Schauspiel Hannover, sich dem Thema zu widmen: "Gerade in Zeiten von zunehmendem Nationalismus und Populismus ist eine intensive Auseinandersetzung mit den Grundwerten unserer Demokratie unerlässlich. Mit "Grundgesetz – In Concert" geht das Schauspiel Hannover spielerisch und musikalisch diesem wichtigen Text auf den Grund. Und ich bin sicher, Hannah Arendt hätte ihre Freude daran."

HANNAH ARENDT TAGE finden 2020 in hybrider Form statt

Auch in der neuen corona-bedingten Realität bleiben der Diskurs und der direkte Austausch zwischen dem Publikum und den Referent*innen im Vordergrund, deswegen finden die HANNAH ARENDT TAGE in diesem Jahr in "hybrider" Form statt – mit persönlichen Begegnungen, Livestream-Übertragungen und Aufzeichnungen, die im Nachgang zu sehen sind. Sämtliche Zugänge zu den Online-Veranstaltungen sind ab Montag, 5. Oktober, auf hannah-arendt-hannover.de zu finden.  

Das Programm 

Am Eröffnungstag lädt Pierre Rosanvallon, emeritierter Geschichtsprofessor am Pariser Collège de France, alle Interessierten dazu ein, über Populismus nachzudenken. Der Vortrag und die anschließende Diskussion finden nicht wie geplant als Präsenzveranstaltung, sondern als öffentliche Zoom-Konferenz online statt.

Am 7. Oktober hält Prof. Dr. Dieter Thomä, der Philosophie an der Universität St. Gallen lehrt, ein Plädoyer für ein Wir-Gefühl. Ohne die gemeinsame Lust am Gestalten und wenn jede*r nur an sich selbst denkt, droht die Demokratie zu zerfallen.

Erstmals gehen die HANNAH ARENDT TAGE auf Reisen. Ziel ist die Ausstellung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert" des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Die Schau folgt Arendts Blick auf das 20. Jahrhundert entlang 16 zeithistorischer Themenpunkte und macht deutlich, warum die Stellungnahmen der in Hannover geborenen Denkerin auch heute noch die Diskurse prägen. 

Ein weiteres Highlight ist die Hannah-Arendt-Lecture "Seit ein Gespräch wir sind" in der Villa Seligmann. Marie Luise Knott, Autorin, Herausgeberin und Übersetzerin, referiert über Hannah Arendts Suche nach Grundlagen für eine neue politische Moral und deren persönliche Verantwortung.

Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe ist der Abschlussdialog im Xplanatorium im Schloss Herrenhausen. Referent*innen Prof. Dr. Naika Foroutan und Linda Teuteberg (MdB, FDP) sprechen über das zentrale Versprechen einer Demokratie, Pluralität und Parität zu verbinden, und stellen die Frage, ob es gelingen kann, dieses Versprechen wirklich umzusetzen.

In Kooperation mit der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung ist eine interaktive Entdeckungstour zu Orten der Demokratie im Angebot zu finden, die sich an Jugendliche, aber auch an Erwachsene richtet.

Hinweis zu den Veranstaltungen 

Anmeldungen sind nur noch für die Aktion "Spot on" und die Fahrt nach Berlin zur Ausstellung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert" möglich. Tickets für die Theateraufführung sind ebenfalls noch erhältlich. Bei allen Veranstaltungen – bis auf die Theateraufführungen – ist der Eintritt frei.

Die Anmeldung kann per E-Mail an hat@hannover-stadt.de erfolgen, bitte dabei folgende Informationen übermitteln:

  • Name und Vorname
  • ggf. Hochschule / Organisation / Unternehmen
  • Adresse
  • Kontaktmöglichkeiten (E-Mail / Telefon)
  • Nennung der Veranstaltung(en), die Sie besuchen wollen
  • Nennung der Personenzahl, mit der Sie jeweils kommen möchten