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Veranstalter

Die HANNAH ARENDT TAGE sind eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Hannover (Büro Oberbürgermeister, Wissenschaftsstadt Hannover) in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover (Institut für Politische Wissenschaft) und der VolkswagenStiftung.

Landeshauptstadt Hannover

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Leibniz Universität Hannover

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VolkswagenStiftung

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Protest revisited

Die Abschlussveranstaltung der HANNAH ARENDT TAGE 2018 beschäftigt sich am 27. Oktober im Schloss Herrenhausen mit der Frage, welche Stellung gegenwärtige Protestformen im politischen Geschehen einnehmen. 

Der Dialog reflektiert, inwiefern sich aktuelle Formen des Protests von politischen Bewegungen seit 1968 unterscheiden. Während Demonstrationen und Straßenkämpfe die Zeit der 68er prägten, gestalten soziale Bewegungen heute ihren Widerstand vielfältiger. Protest als Mittel politischer Artikulation mündet oft in der Gründung von Nicht-Regierungsorganisationen, künstlerischen Interventionen oder Events. Professionelle Internet-Kampagnen zu Themen wie Degrowth, internationaler Handelspolitik oder der Privatisierung der Wasserversorgung gewinnen an Bedeutung. Digitalisierung und Globalisierung beschleunigen transnationale Protestereignisse. Sind wir auf dem Weg in die politaktive  Onlinegesellschaft? Doch welche Stellung nehmen die gegenwärtigen Protestformen tatsächlich im politischen Geschehen ein? Haben sie die Kraft, die Gesellschaft ebenso nachhaltig zu verändern, wie es vor 50 Jahren geschah? Vertreter*innen zweier Generationen beziehen Stellung zur Rolle neuer Formen politischer Proteste.

Ablauf der Veranstaltung

  • Begrüßung: Dr. Thomas Brunotte, VolkswagenStiftung
  • Grußwort: Stefan Schostok, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
  • Impulsvorträge: 
    • "Philosophie und Logik des Protestes"; Daniel Cohn-Bendit, Publizist und Politiker, MdEP bis 2014
    • "Protest im Wandel – neue soziale Bewegungen"; Jun. Prof. Dr. Sabrina Zajak, Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Universität Bochum, Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins für Protest und Bewegungsforschung e.V.
  • Diskussion mit den Vortragenden; Moderation: Christine Watty, Redakteurin Deutschlandfunk Kultur 
  • Ausklang mit kleinem Imbiss

Referentinnen und Referenten sowie Moderation

Daniel Cohn-Bendit ist deutsch-französischer Publizist und Politiker von Bündnis 90/Die Grünen sowie Europe Écologie-Les Verts und war bis 2014 Mitglied im Europäischen Parlament. Seine Eltern flüchteten 1933 vor den Nationalsozialisten aus Berlin nach Paris – wo sie zum Freundeskreis Hannah Arendts gehörten – und später in das südwestfranzösische Montauban. Dort wurde Cohn-Bendit 1945 geboren. Er studierte Soziologie an der Universität Nanterre und wurde 1968 Sprecher der Pariser Studierenden. Sein politisches Engagement während der Studentenrebellion führte zur Ausweisung aus Frankreich. In Frankfurt am Main gehörte er in den Siebzigerjahren zum Kreis der sogenannten Sponti-Szene. 1984 Eintritt in die Partei Die Grünen. Von 1989 bis 1997 war Cohn-Bendit ehrenamtlicher Dezernent des neu geschaffenen "Amts für multikulturelle Angelegenheiten" in Frankfurt am Main. 1994 wurde er Europa-Abgeordneter der deutschen Grünen und kandidierte bis 2014 abwechselnd für die deutschen Grünen und die französischen Les Verts beziehungsweise Europe Écologie-Les Verts.

Jun.-Prof. Dr. Sabrina Zajak studierte Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2007 bis 2011 war sie Doktorandin an der International Max Planck Research School on the Social and Political Constitution of the Economy des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln. Danach arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement an der Humboldt-Universität zu Berlin. Forschungsaufenthalte in der VR China, den USA, der Schweiz und den Niederlanden. Sie ist Mitbegründerin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins für "Protest und Bewegungsforschung e.V." in Berlin. Seit 2013 ist Sabrina Zajak Juniorprofessorin für "Globalisierungskonflikte, soziale Bewegungen und Arbeit" am Institut für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum. Im September 2018 kam die Aufgabe als Abteilungsleiterin für Konflikt und Konsens am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DEZIM) hinzu. 

Christine Watty ist Journalistin und arbeitet seit 2016 als Redakteurin bei Deutschlandfunk Kultur in Berlin. Sie studierte Jura in Hamburg und Spanien. Ihre Themenschwerpunkte sind Politik, digitale Medien und Kultur.

Termin(e): 27.10.2018 
von 10:00 bis 12:00 Uhr
Ort

Schloss Herrenhausen

  • Herrenhäuser Straße 5
  • 30419 Hannover

Anmeldung erforderlich bis zum 12. Oktober 2018 unter: hat@hannover-stadt.de