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Einblick in die Medizin von morgen

HAZ-Meldung vom 5. November 2011: Hannovers Forscher präsentieren im Rathaus Bioimplantate und andere Innovationen.

Vielleicht könnte der Routinebesuch beim Arzt zur Kontrolle von Blutdruck oder Blutwerten künftig überflüssig werden. Dann messen mit hochempfindlichen Sensoren ausgestattete Miniimplantate kontinuierlich die Daten und übermitteln sie auf elektronischem Wege dem zuständigen Mediziner. Wann eine solche Vision Wirklichkeit werden könnte, wissen die Wissenschaftler, die sich mit solchen Projekten beschäftigen, noch nicht genau. Manfred Elff gibt sich aber optimistisch, dass in 15 Jahren schon Dinge möglich sein werden, die wir heute noch für unmöglich halten. Der Arzt und Physiker ist Vorstandsvorsitzender des in Hannover ansässigen Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik und Implantatforschung (NZ-BMT). Am Freitag stellten er und Wissenschaftler aus hannoverschen Hochschulen und Forschungsstätten im Neuen Rathaus vor, woran sie arbeiten.

Anwendungsformen für Implantate

Innenohrimplantate, die die Hörnerven mittels Laser reizen, Knochenschrauben, die sich im Körper auflösen oder Zahnimplantate, die vor Infektionen gefeit sind – die Bandbreite der Projekte ist groß. Einen Querschnitt konnten die rund 250 Besucher des Wissenschaftstages begutachten. So wurden zum Beispiel Bioreaktoren vorgeführt, in denen sich – bisher im Tierversuch – Gewebe wie Venen, Gelenkknorpel oder Haut züchten lassen. Die Technischen Chemiker der Leibniz-Uni haben die Apparaturen entwickelt, für das medizinische Know-how ist die Medizinische Hochschule (MHH) zuständig.

Vernetzung der Disziplinen

Auf anderen Gebieten der Biomedizintechnik kooperiert die MHH mit Maschinenbauingenieuren der Uni, mit dem Laser-Zentrum (LZH) oder der Tierärztlichen Hochschule. „Diese Zusammenarbeit ist seit Jahren gewachsen“, betonte Uni-Physiker Prof. Wolfgang Ertmer, der auch LZH-Vorstandssprecher ist. Die Vernetzung der Disziplinen trage entscheidend dazu bei, Ergebnisse aus den Laboren schneller in die klinische Praxis zu übertragen, sagte MHH-Zahnmedizinerin Prof. Meike Stiesch.

54 Millionen teurer Neubau

Das soll bald noch besser funktionieren: Im Sommer 2012 starten die Bauarbeiten für einen 54 Millionen Euro teuren Neubau für das NZ-BMT, in dem 360 Forscher unter einem Dach arbeiten werden. „Das wird das größte Zentrum seiner Art in Deutschland, wenn nicht in Europa“, sagte Elff. 2013 soll der Komplex bezugsfertig sein. Besucher der Veranstaltung im Rathaus hörten das mit Interesse.

Von Juliane Kaune, HAZ-Meldung vom 5. November 2011