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Wissenschaft & Wirtschaft

Reichsgraf und Ausnahmefrau im 18. Jahrhundert

Thema des Vortrags von Dr. Rüdiger Otto am 27. Februar in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek ist: Das Briefgespräch zwischen Ernst Christoph von Manteuffel und Luise Adelgunde Victorie Gottsched.

Druck eines Frauenporträts © GWLB

Luise Adelgunde Victorie Gottsched

In seinem Vortrag widmet sich Dr. Rüdiger Otto, Mitarbeiter an der Edition des Briefwechsels von Johann Christoph Gottsched der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, dem Briefgespräch zwischen Ernst Christoph von Manteuffel und Luise Adelgunde Victorie Gottsched. Ernst Christoph von Manteuffel (1676–1749), hochrangiger Diplomat und kursächsischer Staatsmann, wandte sich nach seinem nicht ganz freiwilligen Rückzug aus der Gefahrenzone des Hoflebens verstärkt seinen philosophischen Liebhabereien zu und wurde zum Apostel des Wolffianismus. Auch die Begegnung mit Luise Adelgunde Victorie Gottsched (1713–1762) stand zunächst im Zeichen der Auseinandersetzung um die Philosophie Christian Wolffs (1679–1754). Beeindruckt von der intellektuellen Schärfe der jungen Leipziger Professorengattin beauftragte er sie mit der Fabrikation satirischer Schriften gegen die orthodoxen Gegner Wolffs. Die Resultate begeisterten Manteuffel, der seine im diplomatischen Dienst erworbene konspirative Phantasie spielen ließ, um die Autorschaft der von Zensur und obrigkeitlichen Unannehmlichkeiten bedrohten Verfasserin unkenntlich zu machen. Das Themenspektrum Manteuffel-Gottsched des Briefwechsels weitete sich nachgerade aus, mit ihren klugen, sachbezogenen und mitunter ironischen Schreiben zeigte sich die "Gottschedin" dem routinierten Epistolographen Manteuffel gewachsen, so dass er sie im galanten Überschwang gelegentlich "la crême et la fleur de tous mes correspondens" nannte.

Termin(e): 27.02.2020 ab 17:00 Uhr
Ort

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

  • Waterloostraße 8
  • 30169 Hannover

Eintritt frei