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Sophies Neugierde auf fremde Gewächse

Geschichte

Schon 1704 nahm der Berggarten als Maulbeerplantage seinen Anfang.

Schmuckhof, historische Ansichtskarte © Historisches Museum Hannover

Schmuckhof, historische Ansichtskarte

Damit blickt er auf eine fast ebenso lange Geschichte zurück wie der Große Garten. Einen Berg, wie ihn der Name suggeriert, sucht man heute jedoch vergeblich. In den Anfangsjahren der Sommerresidenz Herrenhausen erstreckte sich nördlich des heutigen Großen Gartens die leichte Anhöhe einer Sanddüne. Sie wurde jedoch bereits um 1700 abgetragen; geblieben ist nur ein leichter Höhenversatz zwischen Orangerie und dem Eingang des Berggartens.

Kurfürstin Sophie hatte ein so großes Interesse an fremdartigen Pflanzen, dass sie wie später auch ihre Tochter Charlotte regelmäßig einen Teil ihres "Nadelgeldes" für die Anschaffung neuer Gewächse zur Verfügung stellte. Der Berggarten diente so mehr und mehr der Anzucht und Pflege seltener Pflanzen.

Wirtschaftliche Aufgaben

Parallel dazu hatte der Garten aber auch wirtschaftliche Aufgaben. So gab es beispielsweise Versuche, italienische Reiskulturen anzubauen, die allerdings ohne die südliche Sonne zum Scheitern verurteilt waren. Erfolgreicher war hingegen der Anbau von Tabak und vor allem von Maulbeerbäumen. 1706 besaß der Berggarten eine so große Maulbeerplantage, dass rund 100 Jahre lang die Seidenraupen der Königlichen Seidenraupenmanufaktur in Hameln mit ihren Blättern gefüttert werden konnten. Trotz dieser Erfolge verschwanden die Nutzpflanzen dann aber allmählich aus dem Berggarten, der mehr und mehr in eine Parklandschaft verwandelt und dessen Pflanzenvielfalt stetig erweitert wurde.

Im 19. Jahrhundert wurden unter der Leitung der Gärtnerfamilie Wendland zahlreiche neue Gewächshäuser errichtet, u.a. das 1849 von Hofbaurat Laves erbaute Palmenhaus, das bereits fünf Jahre später die wertvollste und artenreichste Palmensammlung Europas beherbergte. 1880 entstand dann das Große Palmenhaus von Richard Auhagen, ein über 30 m hoher Pflanzenpalast aus Glas und Eisen mit Galerien und Wasserfontänen.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden alle Gewächshäuser zerstört, doch der traditionsreiche Schaugarten wurde nach und nach wieder aufgebaut. Im Jahr 2000 entstand als Ersatz für das Große Palmenhaus das Regenwaldhaus (heute Sea Life), unter dessen Glaskuppel die vielfältige Pflanzenwelt des tropischen Regenwaldes zu bewundern ist.