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Von der Ortschaft zum Garten

Geschichte

Unter der Leitung des Gärtners Martin Charbonnier entstand bis 1714 der Große Garten in seiner heutigen Form und Größe.

Lithographie des Großen Gartens © Historisches Museum Hannover

Eine Lithographie des Großen Gartens

Von der Ortschaft zum Garten

Herzog Georg von Calenberg ließ 1638 in der Nähe des Dorfes Höringehusen ein Vorwerk zur Versorgung des hannoverschen Hofes anlegen. Als sein Sohn Johann Friedrich 1655 an die Macht kam, benannte er den Ort in Herrenhausen um, ließ hier ein Schloss errichten und beauftragte seinen Gärtner Michael Grosse mit der Anlage eines ersten Lustgartens, der zunächst die Fläche des heutigen Großen Parterres einnahm.

Seine eigentliche Entwicklung erfuhr der Garten während der Regierungszeit von Kurfürst Ernst August. Vor allem seine Frau, Kurfürstin Sophie, wurde zur Gestalterin des Großen Gartens. Sie hatte ihre Jugend in Holland verbracht und ließ den Garten in Erinnerung an die holländischen Barockanlagen anlegen. Unter der Leitung des Gärtners Martin Charbonnier entstand bis 1714 der Große Garten in seiner heutigen Form und Größe, ein nicht ganz regelmäßiges Rechteck, das durch einen künstlichen Wassergraben und Baumreihen begrenzt wird.

19. Jahrhundert

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts fiel der Große Garten schließlich in eine Art 100jährigen Dornröschenschlaf, da sich die folgenden Regenten kaum um die Anlage kümmerten. Ein Glücksfall für Herrenhausen, denn während noch im 18. Jahrhundert viele Fürsten damit begannen, ihre Barockgärten dem Zeitgeschmack folgend in Landschaftsgärten umzugestalten, blieb der Große Garten in seiner barocken Form unverändert erhalten. 1862 erklärte Georg V. Herrenhausen zu seiner ständigen Residenz. Doch dieser neuen Bedeutung des Großen Gartens wurde 1866 durch den Verlust von Land und Krone schnell wieder ein Ende gesetzt und die Anlage begann zu verfallen.

1936 erwarb die Stadt Hannover den Garten und setzte ihn wieder instand. Aber der 2. Weltkrieg, in dem auch das Schloss durch Brandbomben völlig zerstört wurde, machte diese Arbeit wieder zunichte. Die Anlage musste erneut wiederhergestellt werden und erstrahlte schließlich zum 300. Geburtstag des Gartens im Jahr 1966 wieder in altem Glanz. Der Große Garten wird auch weiterhin durch kontinuierliche Restaurierungsarbeiten aufgewertet und zählt heute zu den bedeutendsten barocken Gartenanlagen Europas.

In den letzten Jahren wurden in Bereichen, in denen die historische Substanz nicht mehr nachweisbar war, angemessene neue Elemente integriert. So entstand die Grottenausgestaltung durch die bedeutende Künstlerin Niki de Saint Phalle und der Blumen- und Feigengarten durch den Schweizer Landschaftsarchitekten Guido Hager.