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Jahresvorschau

2015 im Kunstverein zu sehen

Französische Fotokunst, Digitale Welten und ein mentales Tagebuch: Der Kunstverein Hannover hat spannende Ausstellungen für das Kunstjahr 2015 geplant.

Jean-Luc Moulène

Erstmals ist mit "Documents & Opus 1985–2014" vom 17. Januar bis 1. März im Kunstverein Hannover eine Ausstellung in Deutschland zu sehen, die einen umfassenden Einblick in das vielfältige OEuvre des französischen Künstlers Jean-Luc Moulène (*1955, lebt in Paris) bietet. Seine gesamte künstlerische Arbeit ist bestimmt vom Gespür für Zwischenwelten der sogenannten Alltäglichkeit und ihrer plastischen und philosophischen Bewusstmachung in Form visueller Konzepte. Während Moulène international bereits in großen Einzelausstellungen zu sehen war, etwa 2005 im Museum Jeu de Paume in Paris oder 2011 im Dia:Beacon in New York, so fand sein Werk in Deutschland bisher eher partielle Beachtung: Mit der fotografischen Serie "Objets de grève" (Streikobjekte) war Moulène in verschiedenen Gruppenausstellungen vertreten. In der Auswahl für den Kunstverein Hannover wird nun das gesamte "Opus" Moulènes gezeigt, in dem sowohl skulpturale, malerische als auch zeichnerische Arbeiten entstanden sind. Das Thema des Körpers – im Sinne eines Corpus, der als Form je nach Präsentation oder Kontext metaphorische Bedeutung entfaltet, aber auch auratische Momente auslöst – spielt in sämtlichen Arbeiten Moulènes die zentrale Rolle. Er zeigt sowohl menschliche Körper als auch industriell gefertigte Objekte als Ausdruck von Formensprachen, anhand derer sowohl kulturelle als auch zeitgeschichtliche Codes lesbar werden können.

Digitale Welten

Jedes Jahr im Frühling richtet sich der Blick neugierig nach Hannover auf die CeBIT, um zu erfahren, was sich Neues in der Welt der Informationstechnik ereignet. Passend dazu rückt die Gruppenausstellung vom 14. März bis 25. Mai künstlerische Aneignungsformen digitaler Technologien in den Mittelpunkt, in denen das Digitale als strukturelles Merkmal der heutigen gesellschaftlichen Realität thematisiert wird oder als technisches Produktionsmittel Verwendung findet. Die Gruppenausstellung zeigt künstlerische Arbeiten, die mit den Werkzeugen des digitalen Kosmos Bildwelten ausloten, eröffnen und hinterfragen, um letztlich eigene, wiederum originäre Werke entstehen zu lassen. Dabei werden Fragen aufgeworfen wie: Wie arbeiten Künstler mit den massenhaft verfügbaren Bildern in unserer Zeit? Wie werden die Eigengesetzlichkeiten der digitalen Medien transparent gemacht, die veränderte Wahrnehmung in einer digitalen Welt thematisiert und deren Einfluss auf unser Leben reflektiert? Wie sieht es bei den "Digital Natives", also den jungen Künstlern, aus und wie bei älteren Generationen? Zu sehen sind Werke von mit Yngve Holen, Katja Novitskova (siehe Bild oben), Jon Rafman, Michael Wolf, Mishka Henner, Lorna Mills, Thomas Ruff, Avery K. Singer, Lee Friedlander, Julien Prévieux u.a.

Mental Diary

Die Gruppenausstellung "Mental Diary" versammelt vom 6. Juni bis 23. August fotografische, zeichnerische, malerische und filmische Werke von Künstlern verschiedenster Generationen, denen das kontinuierliche, aufmerksame Beobachten und Reflektieren des Alltäglichen zugrunde liegt: Erlebtes, Erfahrenes, Gesehenes ebenso wie Impressionen, Stimmungen und Atmosphären aus dem alltäglichen Leben werden in den Arbeiten aufgefangen, archiviert und in die jeweilige künstlerische Sprache transformiert. Anhand ausgewählter künstlerischer Positionen entsteht ein facettenreicher Parcours mit unterschiedlichsten An- und Einsichten über das Leben.

87. Herbstausstellung

Vom 12. September bis 8. November präsentiert der Kunstverein Hannover mit der traditionell alle zwei Jahre stattfindenden Herbstausstellung aktuelle künstlerische Positionen aus Niedersachsen und Bremen. Über den Kunstverein sowie die bereits etablierten zusätzlichen Ausstellungsorte hinaus wird die 87. Herbstausstellung auch an unerwarteten Orten im Stadtraum mit ortsspezifischen künstlerischen Arbeiten präsent sein. Über die Auswahl der eingeladenen Künstler aus bis zu 400 eingereichten Bewerbungen entscheidet wie immer eine regional wie überregional besetzte Jury. So finden aktuelle Arbeiten vertrauter Namen oder Erstbewerber und Neuentdeckungen aus den Akademien in Braunschweig und Bremen ihren Weg in die Ausstellung, aber auch überregional oder international bekannte Künstler, die durch die Teilnahme ihre Verbundenheit zur niedersächsischen Kunstszene zum Ausdruck bringen. Nicht zuletzt zeigt die Herbstausstellung neue Perspektiven und Einblicke in die Vielfalt künstlerischer Positionen aus unterschiedlichsten Generationen in einer spannungsvollen Mischung.

Michael E. Smith

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Exponate der Schau vom 21. November bis 17. Januar 2016 zunächst übersehen oder nicht als solche wahrgenommen werden. Denn der US-Amerikaner Michael E. Smith umgeht gängige Präsentationsmodalitäten der Gegenwart und führt eine sphärische, sich in die Räume einschreibende Installationsweise herbei, bei der Objekte in Ecken oder anderen zunächst zufällig oder beiläufig wirkenden Orten arrangiert werden. Die Skulpturen bestehen dabei aus Dingen, die nahezu alchimistisch kombiniert werden: Plastikgegenstände, Schläuche, Basketbälle, Kleidungsstücke, Haushaltsgegenstände oder andere Objekte, die auf der Straße oder dem Sperrmüll zu finden sind, doch ebenso werden Tierkadaver oder andere organische Texturen verarbeitet. Kurzum: Smiths Skulpturen und Bilder entstehen aus einem sparsamen Fundus von Materialien, die zuvor körperliche Grundbedürfnisse nach Nahrung, Wärme und Unversehrtheit abdeckten oder technischen Alltagsroutinen des Menschen dienten.

(Veröffentlicht am 22. Dezember 2014)