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Ratgeber

Tonteiche (2)

Seenlandschaft mit herbstlichen Bäumen und Nebel in der Dämmerung
© Martin Krampe

Lebensraum aus Menschenhand

Auf dem Weg in Richtung Wiesendachhaus wird die Südliche Leineaue von zahlreichen, teilweise verlandenden Teichen mit Schilfzonen und Weidengebüschen geprägt. Die rechtsseitig der Alten Leine gelegenen Teiche entstanden durch den Tonabbau, der hier bis 1943 betrieben wurde. Viele der ein bis vier Meter tiefen Tonteiche wurden nach 1945 mit Schutt sowie im Rahmen einer Entschlammung der Alten Leine mit Schlamm verfüllt. Temperatur und Nährstoffgehalt dieser Gewässer sind weitgehend homogen. Die linksseitig der Alten Leine gelegenen Teiche entstanden durch Sand- und Kiesabbau. Sie sind zehn und mehr Meter tief und besitzen daher Seecharakter, d. h. Temperatur und Nährstoffgehalt des Wassers verändert sich mit zunehmender Tiefe.

Auf den Teichen lassen sich zu allen Jahreszeiten Wasservögel beobachten. Besonders spannend wird es im Frühjahr und Herbst. Dann rasten viele Zugvogelarten auf und an den Teichen um neue Energie für den Weiterflug zu tanken. Von April bis Anfang Juli sind die Tümpel und Teiche ein Rastplatz mit Froschkonzert. In dieser Zeit machen vor allem die Männchen des Kleinen Wasserfrosches, des Teichfrosches und des Seefrosches mit Hilfe ihrer seitlich liegenden Schallblasen lautstark auf sich aufmerksam. Sie leben überwiegend im Wasser. Daneben kommt hier noch der Grasfrosch vor, der den größten Teil seines Lebens an Land verbringt. Erd- und Knoblauchkröte, Kamm- und Teichmolch sind ebenfalls zu beobachten. Sie suchen die Gewässer nur zur Paarungszeit und Laichablage auf. Von März bis April kann man in warmen regenreichen Nächten Krötenwanderungen erleben. Dann begeben sich die Amphiebenarten in Massen zu ihren Laichgewässern. Dabei sind stark befahrene Straße oder Wege für sie eine große Gefahr. Deshalb werden Krötenzäune aufgestellt und die geschützten Tiere über die Straße getragen. Dort setzen sie ihre Wanderung fort.

Aber nicht nur Frösche und Kröten fühlen sich hier wohl. Auch das Pfaffenhütchen, bis zu 4 Meter hoher sparriger Strauch ist hier heimisch. Seine jungen Zweige fallen durch vier charakteristische Korkleisten auf. Die gelblichgrünen Blüten sind dagegen unscheinbar. Sie duften schwach und sind nektarreich. Daher werden sie von Schwebfliegen, Sandbienen, Honigbienen und verschiedenen Käferarten besucht. Das Pfaffenhütchen fällt erst im Herbst mit seinen rosa bis scharlachroten Kapseln und seinen orangefarbenen Früchten auf. Diese werden von Vögeln, vor allem Rotkehlchen, Star und Seidenschwanz gefressen. Aber aufgepasst: alle Teile des Pfaffenhütchens sind giftig!