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Fiedelerplatz Panorama © LHH

Fiedelerplatz (Döhren)

Bilder und Informationen

Ein Stadtbezirk stellt sich vor

Der Stadtbezirk Döhren-Wülfel liegt im Süden von Hannover, hat ca. 34.680 EinwohnerInnen und besteht aus den Stadtteilen Döhren, Mittelfeld, Seelhorst, Waldhausen, Waldheim und Wülfel. Im Süden des Stadtteiles liegt das hannoversche Messegelände.

Der Stadtteil Döhren hat heute ca. 13.722 EinwohnerInnen. Bereits im Jahr 983 wurde der Stadtteil als „Thurnithi“ erstmals urkundlich erwähnt. Gemeinsam mit Laatzen und Wülfel gehörte Döhren zunächst  zum Gebiet des "Freien", ab 1671 bildeten sie gemeinsam das „Kleine Freie“, dadurch behielten die "Freien" (z.B. Land- und Hofbesitzer) dieser Dörfer ihre besonderen Rechte: Sie durften wie bisher in den Wäldern der Gegend jagen, jedoch mussten sie nun dem neuen Calenberger Herzog Johann Friedrich eine eigenständige Kompanie abstellen.

Die Eingemeindung der Dörfer Döhren und Wülfel nach Hannover im Jahre 1907 und die folgende Neugestaltung Döhrens wurde sehr stark von dem damaligen Döhrener Bürgermeister sowie dem Rittergutbesitzer Fiedeler beeinflusst.

Im Zentrum Döhrens mit seinen vielfältigen Geschäften rund um den in den letzten Jahren neu gestalteten Fiedelerplatz finden sich heute zahlreiche gründerzeitliche Wohngebäude. Im Südwesten des Stadtteiles erinnern eine in den 1980er Jahren entstandene attraktive Bebauung (u.a. auf der Leineinsel) und die behutsam modernisierte Arbeitersiedlung „Döhrener Jammer“ an die hier bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts befindliche Wollwäscherei und -kämmerei (es war die zweitgrößte Fabrik dieser Sparte in Deutschland); u.a. sind das Pförtnerhaus und der Uhrturm am Haupteingang, sowie der Widder als Denkmal auf dem ehemaligen Fabrikgelände sind erhalten geblieben.

Im Bereich östlich der Hildesheimer Straße bis zur Bahnlinie entstand überwiegend Geschosswohnungsbau z.T. aus den 1950er Jahren, sowie die Auferstehungskirche.

Das Wahrzeichen Döhrener Turm wurde 1382 südlich von Hannover als Teil der Hannoverschen Landwehr errichtet. Er lag für die damaligen Reiseverhältnisse eine halbe Wegstunde von der Hannoverschen Stadtmauer entfernt, südlich des Turms begann damals das Gebiet des „Kleinen Freien“. Heute steht der Turm auf dem Gebiet des Stadtteiles Südstadt und wird beiderseits der Hildesheimer Straße von Ausläufern der Eilenriede eingerahmt.

Im Westen erstrecken sich um den Fluss Leine eine weiträumige Auen- und Wiesenlandschaften mit Sportflächen, Bade- und Angelteichen (die vom früheren Abbau des Leinekieses bis in die 1970er Jahre herrühren), sowie umfangreichen Kleingarten-Kolonien.

Der Stadtteil Mittelfeld mit seinen ca. 8.918 EinwohnerInnen entstand Anfang der 1950er Jahre (auf ursprünglich Wülfeler Gebiet) als Siedlung für Menschen, die im Krieg durch Bomben oder Vertreibung heimatlos geworden waren. Das Stadtteilbild wird heute überwiegend durch 2-5geschossige Wohngebäude („Constructa-Siedlung“), aber auch durch Einfamilienhäuser („Speckgürtel“) geprägt. Im Osten des Stadtteiles befindet sich – durch den Messeschnellweg getrennt – die bereits 1932 gegründete „Siedlung Hannover-Seelhorst“, für damals infolge der Weltwirtschaftskrise arbeitslos gewordene kinderreiche Handwerker.

In den Jahren 1999 bis 2008 wurde das Kerngebiet des Stadtteiles Mittelfeld aufgrund seiner komplexen Problemlagen durch das Programm „Soziale Stadt“ gefördert. Dadurch konnte die Qualität der Wohnungen, Straßen, Plätze und Grünflächen deutlich gesteigert werden, zusätzliche Infrastruktureinrichtungen, Netzwerke, sowie gewachsene Eigeninitiative und bürgerschaftliches Engagement helfen heute mit bei der sozialen Stabilisierung des Quartiers.

Im Süden des Stadtteiles liegt das hannoversche Messegelände. Hier findet seit 1947 die Hannover-Messe und u.a. seit 1986 die CeBIT statt. Im Zusammenhang mit der Weltausstellung EXPO im Jahre 2000 wurden das Gelände und die Ausstellungshallen komplett umgebaut und erweitert.

Zu den Besonderheiten des Stadtteiles zählt auch die 1989 bis 1993 erbaute Pagode Viên Giác der Kongregation der Vereinigten Vietnamesischen Buddhistischen Kirche, die weltweit zu den größten außerhalb Vietnams gehört.

Der Stadtteil Seelhorst hat heute ca. 3.527 EinwohnerInnen. Durch Schnellwege und Bahnlinien sind im Stadtteil von einander separierte Siedlungsgebiete entstanden: Der Schwerpunkt der Bebauung liegt westlich vom Messe-Schnellweg und ist geprägt durch Einfamilienhausbebauung der 60er Jahre und das Neubaugebiet Hoher Weg. Der bebaute Bereich östlich vom Messeschnellweg zeichnet sich aus durch das anspruchsvolle Neubaugebiet Seelhorster Garten und das Gebäude des Zeitungsverlags Madsack.

Die südliche Hälfte des Stadtteils bildet der breite, den Messe-Schnellweg übergreifende Grüngürtel aus dem denkmalgeschütztem Stadtfriedhof, Kleingartenanlagen und dem naturnahen Seelhorster Wald.

Der Stadtfriedhof Seelhorst ist mit seiner Größe von fast 70 ha der größte Friedhof Hannovers. Mehrere Gedenkstätten erinnern hier an die Opfer des Krieges, u.a. an 390 Opfer der hannoverschen Konzentrationslager Mühlenberg, Ahlem und Stöcken.

Der Stadtteil Waldhausen mit ca. 2.174 Einwohnern wird geprägt von einer gehobenen Altbausubstanz, wird begrenzt u.a. durch den Maschsee und die Eilenriede und gehört trotz der direkt südlich des Stadtteils verlaufenden erhöhten Bahntrasse zu den bevorzugten und teuersten Wohnlagen in Hannover.

Waldheim ist mit nur 1.795 EinwohnerInnen der kleinste Stadtteil im Stadtbezirk Döhren-Wülfel und gleichsam der Schwesterstadtteil in östlicher Richtung von Waldhausen. Waldheim ist nur teilweise von gehobener Altbausubstanz geprägt, hier finden sich überwiegend Einfamilienhäuser aus den 50er bis 70er Jahren, im Osten des Stadtteiles auch Kleingartenanlagen. Begrenzt durch die Eilenriede im Norden gilt der Stadtteil gleichwohl als bevorzugte Wohnlage.

Mehr als die Hälfte des Stadtteiles Wülfel besteht aus den im Westen gelegenen Bereichen der sogenannten Südlichen Leineaue mit Teichen, Kleingärten und Sportvereinen. In diesem weiträumigen Naherholungsgebiet brüten Hannovers einzige beiden Storchenpaare. Außerdem liegt hier die Radrennbahn Hannover.

Im Zentrum des Stadtteils befanden sich die Wülfeler Brauereigaststätten, die heute unter dem Namen "Wienecke XI" gehobene Gastronomie, Congresshotel und einen Biergarten bieten. Wanderwege führen von hier aus in die Leineaue, zur Schießsportanlage und zum Paddelclub Niedersachsen. Im Süden und Osten prägen (z.T. brachgefallene) Gewerbeflächen das Stadtteilbild, die 2-4geschossige Wohnbebauung für die ca. 4.458 EinwohnerInnen konzentriert sich hauptsächlich im nördlichen Teil Wülfels.

Quellen: